Naturfotos
aus dem Fichtelgebirge

Europäischer Biber

Castor fiber

 Fichtelgebirge
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Europäischer Biber - Castor fiber

Europäischer Biber
Der wissenschaftliche Name Castor hat nichts mit Kastor, dem Sohn des Zeus in der griechischen Mythologie zu tun. Eher schon mit dem lateinischen castrare (= schneiden), was wohl auf seine Nagetätigkeit hinweisen soll und die Fähigkeit Bäume zu fällen. Da er als Behausung Biberburgen baut, könnte sich die Bezeichnung allerdings auch auf Castrum beziehen, eine alte Bezeichnung für Burgen, Höhensiedlungen mit Verteidigungsanlagen oder befestigte militärische Stützpunkte.

Rund um meine Heimatstadt erinnert vieles an den Biber: Der Bibersberg mit dem Bibersbach, aber auch das Dorf Bibersbach nicht weit von hier. Über Jahrzehnte hat man sich nicht viele Gedanken darüber gemacht. Der Biber passte nicht in unsere intensiv bewirtschaftete flurbereinigte Landschaft.

Er hat sich seinen ehemaligen Lebensraum zurückerobert. Natürlich wurde ihm ein bisschen geholfen. Aber mit seiner Lebensart und wie er sich seine Umgebung gestaltet schafft er sich eben nicht nur Freunde. Im Tal der Eger zwischen Marktleuthen und Röslau, wo große Teile dem Bund Naturschutz gehören, kann er sich jedoch nach Herzenslust austoben.
Europäischer Biber

Europäischer Biber

Biberburg Direkt am Ufer der mäandrierenden Eger hat sich unser Biber seine Biberburg errichtet. Ein Eingang ist nicht zu sehen, er liegt unter Wasser. Der Biber ist ein ausgezeichneter Schwimmer und kann bis zu 20 Minuten tauchen! Sein Fall wird dabei nicht durchnässt. Es ist sehr dicht und wird regelmäßig mit einem Sekret, dem Bibergeil (Castoreum) eingefettet, welches von einer Drüse am Hinterleib erzeugt wird. Auch die Reviergrenzen markiert er damit. Biberburg

Biberspuren Als Vegetarier lebt er von Wasserpflanzen und vor allem auch Baumrinde. Um an die zartere Rinde der Äste und Zweige zu kommen fällt er Bäume. Passt ihm der Wasserstand bei seinem Bau nicht, legt er einen Damm an. Bei dieser Tätigkeit kommt er natürlich manchen Menschen in die Quere. Um Bäume zu fällen, benagt er sie in geringer Höhe rundum in der sogenannten Sanduhrtechnik. Übrig bleibt ein kegelförmig zulaufender Baumstumpf und der genauso aussehende Stamm. Mit Moos überzogene Baumstümpfe zeigen, dass er hier schon länger tätig ist.

Einmal wunderte ich mich, dass er an einer sehr großen Pappel in der Nähe seines Baus nagte (Bilder unten). Alte Rinde schmeckt ihm eigentlich nicht und ich dachte, einen so dicken Baum kann er doch unmöglich fällen wollen. Irrtum! Nicht weit entfernt lag ein sehr dicker Baum. Die Spuren seiner Nagezähne und die Art des Fällens überführen ihn einduetig als den "Waldarbeiter".

Biberspuren Biberspuren im Fichtelgebirge Vom Biber gefällter Baum

Biberpfad Trampelpfade,
die immer zum Wasser führen,
zeugen von seinem fleißigen Arbeiten.
Biberpfad

Biber fällt Baum! Seit Jahren kursiert ein Bild im Internet. Es zeigt einen Biber, der von dem von ihm gefällten Baum erschlagen wurde. Niemand weiß, wer es gemacht hat, aber sicher ist es arrangiert. Dass beim Baumfällen dem Biber auch Unfälle passieren, ist aber bestimmt nicht ausgeschlossen.

Nutria oder Sumpfbiber Ein Tier, dass man von weitem durchaus mit einem Biber verwechseln kann, ist das Nutria, ein Nagetier, das ursprünglich aus Südamerika stammt. Es wurde wegen seines Fells bei uns vereinzelt gezüchtet. Bei Auflösung der Zuchtfarmen kamen Nutrias in die Freiheit und haben sich in manchen Gebieten Deutschland angesiedelt. In letzter Zeit (2014) lebt ein einzelner Nutria im Egertal in Marktleuthen hinter dem  Wohnmobilstellplatz. Er ist zahm und lässt sich füttern. Nutria






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