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in Oberfranken

Goldkronach

Goldmühl und Brandholz, Goldbergbau,
historische Goldbergwerke, alte Stollen

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Historisches Goldbergwerk Goldkronach

Der Goldbergbau
bei Goldkronach,
Goldmühl und Brandholz


Goldsuche am Südrand des Fichtelgebirges wurde schon im Mittelalter betrieben. Die zwei Bilder links zeigen den gleichen historischen Bergwerksstollen, den Schmutzler-Stollen vom Anfang des 15. Jahrhunderts, links fotografiert im Jahr 1975. Rechts sehen Sie ihn 2010 als Besucherbergwerk.
Besucherbergwerke Goldkronach

Schmutzler-Stollen, Goldbergwerk in Goldkronach

Besucherbergwerke

Der Schmutzler-Stollen stand im Jahr 1975 offen und war voll kaltem Wasser (links). Die Gummistiefel waren bei weitem nicht hoch genug und so mussten wir irgendwann umkehren, da wir die untere Körperhälfte nicht mehr spürten.

Heute sind zwei Stollen als Besucherbergwerke ausgebaut, das Wasser wird abgeleitet und die Bergwerke sind gut begehbar und abgesichert.

Der Ausbau als Besucherbergwerk nimmt natürlich etwas das Geheimnisvolle, Unheimliche, das wir in den Siebziger Jahren verspürten, als wir die Bergwerke heimlich erforschten.
Besucherbergwerke Goldkronach

Goldkronach: Besucherbergwerk Mittlerer Name Gottes Besucherbergwerke Goldkronach Besucherbergwerke
Durch das nördliche Bayern und seine Regierungsbezirke Oberfranken und Oberpfalz verläuft von Nordwesten nach Südosten eine große geologische Verwerfung, die Fränkische Linie. Sie entstand durch den Zusammenstoß zweier tektonischer Platten, als die variszische Gebirgsbildung eigentlich schon abgeschlossen war. Das ist etwa 100 Millionen Jahre her. Das Fichtelgebirge und der Steinwald östlich von Goldkronach wurden angehoben, wodurch die Erdkruste brach und sich die westlich gelegene Vorland-Scholle senkte. Fährt man die Autobahn A9 von Bayreuth nach Hof, kann man den Höhenunterschied an der berüchtigten Schiefen Ebene erleben. Auch das  Deutsche Kontinentale Tiefbohrprogramm (KTB) bei Windischeschenbach in der Oberpfalz erforscht diese tektonische Störung.

Damit sich aber Gold, das von Natur aus extrem dünn im Gestein oder Magma verteilt ist, oberflächennah ablagert und anreichert, müssen ganz bestimmte Bedingungen zusammentreffentreffen. Dies war eben hier bei Goldkronach am Goldberg der Fall. Der Ort erhielt im Jahr 1365 gleichzeitig mit der Stadterhebung eine Bergbauberechtigung vom Nürnberger Burggrafen Friedrich IV. Nach anfänglich großem Erfolg gab es auch immer wieder Rückschläge. Da es noch keine leistungsfähigen Pumpen gab, war es nicht möglich in größere Tiefen vorzudringen oder es waren große Investitionen für Entwässerungsstollen notwendig. Besonders um den Dreißigjährigen Krieg kam der Bergbau hier ganz zum Erliegen.

Die Bayreuther Markgrafen versuchten später wegen ihres Geldbedarfs den Goldbergbau wieder in Schwung zu bringen. Markgraf Christian Ernst ließ im Jahr 1695 Golddukaten aus Goldkronacher Gold prägen. Nachdem 1792 die Fürstentümer Anbach und Bayreuth an Preußen fielen, wurde diese Gegend von einem Freiherrn von Hardenberg verwaltet. Dieser wandte sich an den preußischen Minister für Bergbau und Hüttenwesen, Freiherr von Heinitz, um die neuen Provinzen bergbaulich erkunden zu lassen. Dieser schickte 1792 Alexander von Humboldt, um über den Bergbau im Fichtelgebirge und Frankenwald zu berichten und Verbesserungsvorschläge zu machen. Im gleichen Jahr wurde er hier zum Oberbergmeister ernannt und war damit Direktor der Bergämter Goldkronach, Naila und Wunsiedel. Er wohnte eine zeitlang in Goldmühl und beklagte sich in Briefen über die geringe bergbauliche Ausbildung der Arbeiter. Um dies zu verbessern gründete er Bergschulen in Bad Steben und Arzberg. Schon 1795 bat Alexander von Humboldt um seine Entlassung als Oberbergmeister, um größere Reisen durchzuführen. Durch eine Beförderung zum Oberbergrat ließ er sich bewegen, noch ein Jahr zu bleiben. Dann kündigte er jedoch und verließ die Gegend. Er hatte ja bekanntlich Größeres vor. Daraufhin nahmen die bergbaulichen Aktivitäten in unserer Gegend wieder ab.

Im Jahr 1921 wurde schließlich die Aktiengesellschaft Fichtelgold AG gegründet und man hoffte auf die sprichwörtliche Goldgrube. Bereits ein Jahr später musste man jedoch wegen Geldmangels aufgeben. Parallel zum Untertageabbau wurde Gold im Fichtelgebirge auch immer wieder aus dem Flusssand gewaschen. Vor allem am Zoppatenbach hier bei Brandholz und im Tal der Röslau bei Schönbrunn und Wunsiedel hatte man damit (meist nur bescheidenen) Erfolg.

Alter Bergwerksschacht auf Gold Der ganze Bergrücken zwischen Goldkronach, Goldmühl und Brandholz ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Bergwerksschächte sind natürlich längst eingestürzt und nur noch als Mulden erkennbar. Abraumhalden ohne entsprechende Mulde verraten oft einen Stollen (rechts). Diese sind meist nur am Eingang eingestürzt und dahinter begehbar (unten). Abraumhalde im Wald bei Brandholz

Alter Bergwerksstollen im Wald bei Goldkronach Alter Gold-Bergwerksstollen Alter Bergwerksstollen im Wald bei Brandholz
Alter Bergwerksstollen am Berghang bei Brandholz im Tal des Zoppatenbachs.
 
 
 

Gold kam hier vor allem vermischt mit Arsenopyrit in Quarzgängen vor. Beim Mittleren Name-Gottes-Stollen fand man die Reste eines Erz-Röstofens. Natürlich konnte man damit nicht das Gold aus dem Gestein schmelzen wie Eisenerz mit einem Hochofen. Er diente vielmehr dazu, das Erz und damit vermischtes Material so weit zu erhitzen, dass es mürbe wurde. Erst danach ließ es sich weiterverarbeiten, um das Gold herauszubekommen. Das Material wurde zerkleinert, dann versuchte man die kleinen Goldflitter herauszuwaschen oder mit Quecksilber zu Amalgam zu verbinden. Das Amalgam setzt sich beim Waschen leichter ab und kann dann abgetrennt werden. Durch anschließendes Erhitzen verdanpft das Quecksilber und das Gold bleibt übrig. Alles in allem durch das Quecksilber und das Arsen eine sehr giftige Angelegenheit. Bei der heute oft üblichen Cyanidlaugung kann man noch mehr von dem Edelmetall aus dem Gestein holen. Röstofen für Golderz
Goldbergbaumuseum Goldkronach In Goldkronach kann man sich in einem kleinen Museum ausführlich über die Geschichte der jahrhundertealten örtlichen Goldgewinnung informieren. Bergwerkslore vor dem Goldbergbaumuseum






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