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Marktleuthen im Fichtelgebirge

Münzfunde
Goldgulden

Reiseberichte
mit Bildern


Goldmünzen
Auf dem Galgenberg bei Marktleuthen im Fichtelgebirge wurde auf einem Weg diese Goldmünze gefunden. Es handelt sich um einen im 15. Jahrhundert in Frankfurt geprägten Goldgulden, der in dieser Zeit als Zahlungsmittel für den Fernhandel große Bedeutung hatte. Wie er dort hinkam? Nun, es war die Zeit der Hussitenkriege, ausgelöst durch den bekannten Prager Fenstersturz. Auch Oberfranken und das Fichtelgebirge waren davon betroffen. Vielleicht wurde er auf einer überstürzten Flucht verloren. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er in einem Haus sehr gut versteckt wurde. Beim Abbruch des Hauses oder bei Bauarbeiten wurde der Bauschutt zur Befestigung des Weges verwendet und mit ihm kam die Goldmünze an diese Stelle.
Goldgulden - Münzfunde

Kaiser Sigismund auf einem Gemälde von Albrecht Dürer Nach Auskunft des  Stiftlandmuseums Waldsassen wurde die Goldmünze in den Jahren 1410 bis 1440 in den königlichen Münzstätten in Frankfurt geprägt. Es war die Zeit von Kaiser Sigismund, der eine beachtliche Sammlung von Titeln vorweisen konnte:
  • 1378 bis 1388 und 1411 bis 1415 Kurfürst von Brandenburg
  • ab 1387 König von Ungarn und Kroatien
  • ab 1411 römisch-deutscher König
  • ab 1419 König von Böhmen
  • ab 1433 durfte er sich römisch-deutscher Kaiser nennen.
Auf der Münze wird er noch als König Sigismund bezeichnet. Die Vorderseite zeigt einen Reichsapfel in einem Sechspass, die Rückseite den Heiligen Johannes.
"Hussitenschlacht" aus der Werkstatt von Diebold Lauber, ca. 1445
Kaiser Sigismund auf einem nicht zeitgenössischen Gemälde von Albrecht Dürer
Abb.: gemeinfrei nach Wikipedia
"Hussitenschlacht" aus der Werkstatt von Diebold Lauber, ca. 1445
Abb.: gemeinfrei nach Wikipedia


Heute sehen wir einen Schatzfund wie diesen als Archäologie an und die Geschichtsforschung bietet uns einleuchtende Erklärungen an. Fand früher zum Beispiel ein Bauer eine Goldmünze oder Ähnliches beim Pflügen, schloss er unwillkürlich auf andere Erklärungen. Unerklärbares gab es zu Hauf. Von allem, was man nicht erklären konnte, schloss man auf Übernatürliches, Göttliches oder Teuflisches. Wir würden es heute Aberglauben oder Esoterik nennen. Wenn eine Münze auf einem Acker lag, konnte sie nur vom Himmel gefallen sein.
Das Märchen von den Sterntalern könnte auf ähnliche Weise inspiriert worden sein. Die  Gebrüder Grimm veröffentlichten es 1819 und nannten es Das arme Mädchen. Erst später änderten sie den Namen auf Die Sternthaler. Die Grimms haben sich das nicht ausgedacht, sondern alte Geschichten, Legenden und Mythen zu Kindermärchen verarbeitet. Sie veröffentlichten die Geschichten in ihrem Buch Kinder- und Hausmärchen.  Eugen Drewermann hat für diese alten Sagen tiefenpsychologische Deutungen veröffentlicht, ebenso wie für Geschichten der  Bibel. Die Brüder Grimm, die eine große Menge an Büchern besaßen, kannten bestimmt auch die Novellen von Achim von Arnim. In Die drei liebreichen Schwestern und der glückliche Färber, von 1812 wird eine ähnliche Geschichte erzählt und bereits vorher hat der damals sehr populäre Dichter  Jean Paul, der in Wunsiedel im Fichtelgebirge geboren wurde, in seinem biografieartigen Roman Die unsichtbare Loge im Jahr 1793 eine ähnliche Textpassage eingebaut, in der ein Kind einen goldenen Taler findet: Ein elendes blutjunges Mädchen ohne Haube und ohne Sünden, das, wenn ein Stern sich putzte, unten einen hübschen Taler fand.

Oder waren die gefundenen Münzen Teil des Schatzes, der angeblich am Ende des Regenbogens zu finden ist? Alte  keltische Münzen waren oft schüsselförmig gebogen. Die Form entstand durch die Art der Herstellung mit einem Münzstempel als Prägewerkzeug. In Südbayern fand man große Mengen davon und in Bezug auf die Regenbogen-Sage nannte man sie Regenbogenschüsselchen. Sie sollten dadurch entstehen, dass Regentropfen, die auf den  Regenbogen fielen, durch diesen in Gold verwandelt wurden und an ihm hinabglitten bis zu seinem Ende. Sie bargen geheimnisvolle übernatürliche Kräfte. Nahm man zum Beispiel Medizin aus diesen Regenbogenschüsselchen ein, konnte sie viel besser wirken.
Märchen Sterntaler

Kupfermünze
Eine weitere im Fichtelgebirge gefundene Münze gibt immernoch Rätsel auf. Diese Kupfermünze könnte lt. Franz Hirtreiter, Goldkronach, im 11. Jahrhundert unter Heinrich III. geprägt worden sein. Es gab aber auch Nachprägungen. Sichere Informationen haben wir noch nicht gefunden.
Alte Kupfermünze



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