Fotos und Informationen
aus dem Fichtelgebirge

Der Ochsenkopf

Reiseberichte
mit Bildern

  Fichtelgebirge


Mit einer Höhe von 1024 m über Normal-Null ist der Ochsenkopf der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges in Oberfranken. Im Gegensatz zum nahen Schneeberg, dessen Gipfelregion Naturschutzgebiet ist, hat man den Ochsenkopf stark touristisch erschlossen. Auf dem Bild rechts sieht man ihn mit seinem markanten Fernsehturm im Hintergrund von Bischofsgrün. Bischofsgrün und der Ochsenkopf

Asenturm mit Ausflugsgaststätte des Fichtelgebirgsvereins (FGV)

Der Gipfel mit Asenturm


Auf dem Gipfel steht ein Aussichtsturm mit einer großen Ausflugsgaststätte des Fichtelgebirgsvereins (FGV). Nach den Asen, einem mystischen nordischen Göttergeschlecht aus der Jüngeren Edda, nannte man ihn Asenturm.


Unten links die Aussicht Richtung Schneeberg, rechts zwei Bilder Richtung Kösseine, Luisenburg und Wunsiedel.
Aussichtsturm auf dem Ochsenkopf im Fichtelgebirge

Ochsenkopf: Aussicht Richtung Schneeberg Die Kösseine vom Ochsenkopf gesehen Ochsenkopf: Aussicht Richtung Kösseine

Fernsehsender Ochsenkopf

Fernsehturm - Funkturm


Die Silhouette des Ochsenkopfes ist unverkennbar durch seinen Fernsehsender geprägt. Mittels leistungsfähiger Sender und einer möglichst tiefen Frequenz (Kanal 4) versuchte man in den Jahrzehnten der deutschen Teilung das deutsche Fernsehprogramm möglichst weit in der DDR empfangbar zu machen, was auch gut gelang.

Gegen den Fernsehturm wirkt der Asenturm wie ein Zwerg
(rechtes Bild ganz rechts unten).
Fernsehturm und Asenturm auf dem Ochsenkopf

Seilbahnen auf den Ochsenkopf

Seilbahnen


Der Ochsenkopf ist Sommer wie Winter mit zwei Seilbahnen für Besucher erschlossen. Eine kommt aus Richtung Norden von Bischofsgrün, die südliche aus Fleckl, das zu Warmensteinach gehört. Entsprechend gibt es zwei Skiabfahrten, eine Süd- und eine Nordabfahrt. Die Hänge des Ochsenkopfes sind jeden Winter mit gespurten Loipen versehen.
Seilbahnen auf den Ochsenkopf im Fichtelgebirge

Treppe auf den Weißmainfelsen

Weißmainfelsen


Die verschiedensten Wanderwege überschreiten oder berühren den Ochsenkopf. So der Höhenweg  H , der Mittelweg  M , der Quellenweg  Q , aber auch der  Fränkische Gebirgsweg.

Eine markante Felsformation, die man vom Gipfel aus in einer halben Stunde erreichen kann, ist der geheimnisvoll im tiefen Wald verborgene Weißmainfelsen.
Stufen im Weißmainfelsen

Weißmainquelle

Weißmainquelle, Hohenzollernwappen
Die Weißmainquelle am Ochsenkopf im Fichtelgebirge In seiner Nähe auf einer Höhe von 887 m über NN liegt die Weißmainquelle. Der weiße Main ist neben dem Roten Main einer der beiden Quellflüsse des Mains, der über  Bamberg und  Würzburg schließlich bei Mainz und Wiesbaden in den Rhein mündet. Lange Zeit war umstritten, welche Quelle nun als die des Weißen Mains zu gelten hätte. Johann Wolfgang von Goethe zum Beispiel favorisierte den Seehausbrunnen auf der anderen Seite des Tals als Mainquelle. Mit einer Fassung und einem Inschriftenstein wollte man im Jahr 1717 die Weißmainquelle endgültig auf den Ochsenkopf-Hang festlegen.

Quelle der Fichtelnaab

Die Naabquelle am Ochsenkopf im Fichtelgebirge
Fichtelnaab-Quelle am Ochsenkopf im Fichtelgebirge Ein weiterer der vier Hauptflüsse, die das Fichtelgebirge aussendet, entspringt nicht weit davon: Die Fichtelnaab ist neben der Waldnaab aus dem Oberpfälzer Wald und der Haidenaab, deren Quelle bei Speichersdorf im Landkreis  Bayreuth liegt, einer der drei Quellflüsse der Naab, die bei  Regensburg in die Donau mündet. Die Naabquelle liegt romantisch im dichten Fichtenwald.

Alle Ziele wie der Weißmainfelsen, die Mainquelle und die Naabquelle sind mit markierten Wanderwegen gut zu erreichen und ausgeschildert.

Sport- und Erlebnisberg Ochsenkopf

Sommerrodelbahn bei Bischofsgrün Mattensprungschanzen für den Sommer Sommer wie Winter gibt es touristische Angebote rund um den Ochsenkopf. Neben den Skiabfahrten und gespurten Loipen sind natürlich die Sprungschanzen in Bischofsgrün zu nennen. Im Sommer werden sie als Mattenschanzen betrieben. Neben einem umfangreichen Wanderwegenetz beginnt auf halber Höhe eine Sommerrodelbahn, die seit 2015 durch eine schnellere Ganzjahres-Rodelbahn, den Alpine Coaster, ergänzt wird. Richtung Fleckl kann man mittels des  Ziplineparks Ochsenkopf das Tal auf ungewöhnliche Weise erreichen, im Kletterwald gibt es sogar Angebote für Kinder ab 3 Jahren. Und wer nach Sonnenuntergang noch nicht genug hat, kann im Oxenkopf Baumhaus übernachten. Wie die Gesundheit nach unserer Mundart oft Xundheit geschrieben wird, nennt man den Ochsenkopf manchmal scherzhaft Oxenkopf, was der  Erlebnisberg Oxenkopf in Nordbayern in seinen Namen übernommen hat.

Geschichte

Der Ochsenkopf galt lange Zeit als der höchste Berg des Fichtelgebirges, bis sich bei Vermessungen herausstellte, dass diese Ehre dem Schneeberg gebührt. Auch die Legende, dass die vier Hauptflüsse des Fichtelgebirges am Ochsenkopf entspringen und letztlich im Fichtelsee bei Fichtelberg/Neubau ihren Ursprung haben, hielt sich sehr lange. Das zeigt, wie unzugänglich und schwer zu erforschen früher diese Gegend war. Rechts eine alte Abbildung des Ochsenkopfes aus dem Buch Dr. med. Oskar Köhl, Zur Geschichte des Bergbaues im vormaligen Fürstentume Kulmbach - Bayreuth, Seite 13. Sie zeigt den mit einem Vorhängeschloss versehenen Berg mit seinen Flüssen. Darüber steht: »Der Fichtelberg bin ich genannt, im obern Franken wohl bekannt.« In noch älteren Schriften wird der Berg als Viechtelberg bezeichnet. Da damals die vorherrschende Baumart die Buche war und Fichten eher selten vorkamen, dürfte sich der Name Fichtelgebirge nicht auf die Baumart Fichte beziehen. Für mich klingt das schon eher nach den hier vorkommenden Viechern.

Im nahen Grassemann hat man einen alten Bauernhof zum  Freilandmuseum ausgebaut, in dem es auch einen Raum für Veranstaltungen und Vorträge gibt.
Der Viechtelberg, später Fichtelberg und Ochsenkopf

Wahrzeichen am Ochsenkopf

Wahrzeichen


Eingemeißelt in den Granit des Ochsenkopf-Gipfels finden wir gleich zwei Wahrzeichen. Das erste im nordwestlichen Gipfelbereich in einem Felsen, das zweite etwas weiter unterhalb am Wanderweg Richtung Bischofsgrün. Beide scheinen relativ alt zu sein.

 Näheres zu den Wahrzeichen
Zweites Wahrzeichen am Ochsenkopf

Der Marien-Brunnen am Ochsenkopf Zahlreiche Quellen und Brunnen liegen an den Hängen des Ochsenkopfes,
wie hier zum Beispiel der Rupprecht-Brunnen und der Marien-Brunnen,
beide von 1933.
Der Rupprecht-Brunnen am Ochsenkopf

Felsformationen aus Granit Die verschiedensten Felsformationen findet man wie überall im Fichtelgebirge auch am Ochsenkopf. Einst lagen sie unter einem Gebirge von einer Höhe wie heute die Alpen. Im Lauf der Jahrmillionen wurde dieses von Wind und Wetter abgetragen, wobei aus den weicheren Teilen die heutigen Senken und Täler entstanden. Das abgetragene Material lagerten die Flüsse größtenteils im Meer ab. Die härteren Teile bilden heute die Berge mit ihren Granitfindlingen an der Oberfläche.
Auf dem Goethefelsen am Ochsenkopf
Der Goethefelsen am Ochsenkopf

Vom 17. bis 21. Januar 2018 wird rund um den Ochsenkopf der Dritte Deutsche Winterwandertag des Deutschen Wanderverbandes (DWV) stattfinden. Dazu werden Wanderfreunde aus ganz Deutschland in der Winterlandschaft des Fichtelgebirges erwartet.



Andere Ochsenköpfe:



Sucht man im Internet nach dem an sich seltsamen Namen Ochsenkopf, stößt man allein bei Wikipedia auf 14 Berge, 4 Ortschaften und diverse Familiennamen. Vor kurzem entdeckte ich zusätzlich einen dort noch nicht aufgeführten: Im Neunhofer Land, nördlich von Nürnberg in Mittelfranken, bei der Tauchersreuther Höhe, befindet sich ein bewaldeter Hügel mit gerademal 440 m über N.N. der ebenfalls "Ochsenkopf" heißt.
Ochsenkopf bei Tauchersreuth im Neunhofer Land bei Nürnberg
Wer seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr abgeleistet hat und 5 cm unter der Grasnarbe durch den Truppenübungsplatz Heuberg gescheucht wurde, kennt vielleicht auch den dortigen Ochsenkopf. Er erlangte Berühmtheit, da in den letzten Kriegsmonaten des Zweiten Weltkriegs dort die ersten Startversuche eines senkrecht startenden Raketenflugzeugs mit dem Namen Bachem Ba 349, Spitzname Natter, durchgeführt wurden. Beim ersten bemannten Start am 1. März 1945 fand der Testpilot Lothar Sieber hier den Tod. Sein Grab findet man noch heute auf dem Friedhof der nahen Ortschaft Stetten am kalten Markt. Im Lager Heuberg steht ein Gedenkstein für diesen Flug. Gedenkstein im Lager Heuberg für den Absturz der Natter, gestartet vom nahen Ochsenkopf





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