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Die Stadt Rehau

und Pilgramsreuth in Oberfranken (Bayern)
am Nordrand des Fichtelgebirges

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Stadt Rehau Der Maxplatz in Rehau
Die Stadt Rehau liegt am Nordrand des Fichtelgebirges südöstlich von Hof an der Saale in einer Talsenke des Perlenbachs und des Höllbachs, die sich im Stadtgebiet zur Schwesnitz vereinigen. Zentraler Treffpunkt ist der 2005 im Rahmen der Altstadtsanierung neu gestaltete Maxplatz. Er ist nach König Maximilian I. von Bayern benannt. Nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1817 entsandte der König den Baumeister Johann Wilhelm Baumann. Dieser erstellte Pläne nach der damals modernen klassizistischen Stadtplanung. Dieser Wiederaufbau gelang ihm so gut, dass man nach Fertigstellung von der Modellstadt Rehau als Vorbild für alle weiteren bayerischen Städte sprach. Bis 1972 war Rehau auch Kreisstadt und damit die Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises. Heute gehört sie zum Landkreis Hof an der Saale. In letzter Zeit darf sogar wieder das Kfz-Kennzeichen REH vergeben werden.

Flussperlmuscheln im Perlenbach

An der Westseite des Maxplatzes steht ein Denkmal für die Flussperlmuschel. Im Perlenbach, der aus Richtung  Schönwald in die Stadt fließt, soll sie früher so zahlreich vorgekommen sein, dass manche Leute Perlenfischerei betrieben. Allerdings enthalten nur sehr wenige Flussperlmuscheln auch Perlen. Die Tiere brauchen naturbelassene, nährstoffarme Bäche mit Kiesgrund. Sie dürfen nicht verschlammt sein und es müssen Bachforellen vorhanden sein, da sich die Larven der Muscheln in ihren Kiemen als Parasiten entwickeln. Haben sie eine bestimmte Größe erreicht, falls sie heraus und wachsen im Bachgrund eingegraben weiter, bevor sie schließlich als erwachsene Muscheln im fließenden Wasser sichtbar werden. Heute gibt es sie noch vereinzelt in Bächen an der tschechischen Grenze, wo früher der eiserne Vorhang eine Naturzerstörung verhinderte. Heute schützt das Grüne Band Europa die einzigartigen Biotope entlang der  innerdeutschen Grenze und darüber hinaus auf ganzer Strecke das Grenzgebiet zwischen dem ehemaligen Ostblock und der westlichen Welt. Denkmal für die Flussperlmuscheln im Perlenbach

Zusammenfluss von Perlenbach und Höllbach zur Schwesnitz

Perlenbach, Höllbach und Schwesnitz

Im Stadtgebiet von Rehau, bei der Luitpoldbrücke, vereinigen sich der Perlenbach und der Höllbach zur Schwesnitz, die durch das Naturschutzgebiet Wojaleite bei Wurlitz nach Oberkotzau fließt und dort in die Sächsische Saale mündet.
Der Höllbach in Rehau
Der Höllbach hat seine Quelle beim Rehauer Ortsteil Faßmannsreuth und bildet über 1 km lang die deutsch-tschechische Grenze, bevor er sich durch den Rehauer Forst der Stadt zuwendet.

Im Perlenbach befindet sich ein Wehr, das für Fischwanderungen sicher ein großes Hindernis darstellt. Fischtreppenartige Hindernisse auf der Schrägfläche könnten hier meiner Meinung nach schnell und einfach eine Besserung bringen. Richtig angebracht würden sie auch die teilweise strittige Lärmbelästigung durch das Wehr verbessern. Wehr im Perlenbach in Rehau
Perlenbach-Wehr in Rehau

Pilgramsreuth


Das kleine Dorf am Nordhang des Kornbergs im Fichtelgebirge ist seit der Gebietsreform 1978 ein Ortsteil von Rehau. Es besitzt eine große alte Dorfkirche und ist der Ort mit dem ersten urkundlich erwähnten Kartoffelanbau auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Weitere Bilder und Informationen:
 Pilgramsreuth
Pilgramsreuth

Denkmal für die Viehhändler in Rehau

Wirtschaftlicher Aufschwung


Im Stadtgebiet von Rehau stößt man immer wieder auf Skulpturen und Denkmäler. Hier zum Beispiel das Denkmal für die Viehhändler, die vor allem im 19. Jahrhundert hier eine große wirtschaftliche Rolle spielten.

Im 20. Jahrhundert war die Porzellanindustie von Bedeutung. Nachdem diese jedoch, wie in ganz Oberfranken, einen Niedergang erlebte, ist heute der Hauptgeschäftszweig die Kunststoff verarbeitende Industrie mit zwei großen ansässigen Unternehmen, die der Stadt Rehau eine große Industriedichte und in den letzten Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung bescherten.
Denkmal für den Viehhandel in Rehau

Stadtmuseum im Alten Rathaus von Rehau

Museen


Auf dem Maxplatz findet man im Alten Rathaus von 1820 das Stadtmuseum mit ausführlichen Informationen über das Gerberhandwerk, die Porzellanherstellung und die Flussperlmuscheln. Die Nähe zu Böhmen und dem heutigen Tschechien wird durch die Roßbacher Weberstube und die Ascher Heimatstube deutlich. Die beiden Orte heißen heute tschechisch Aš und Hranice und liegen nicht weit entfernt im sogenannten Ascher Zipfel, einem schmalen tschechischen Landstreifen, der sich Richtung ehemaliges Dreiländereck Deutschland - DDR - CSSR, heute Bayern - Sachsen - Tschechien erstreckt. Dieser Streifen nennt sich auch Böhmisches Vogtland. In einem daneben stehenden Jugendstil-Gebäude zeigte das angeschlossene Museum Puppen- und Spielzeugsammlung der Walter-Stiftung nicht nur Puppen aus verschiedenen Zeiten, sondern auch die Entwicklung des Spielzeugs im Lauf der Zeit. In letzter Zeit ist dieses jedoch geschlossen oder sogar aufgelöst.
Ehemaliges Spielzeugmuseum in Rehau

Kriegerdenkmal für den deutsch-französischen Krieg 1870 - 1871 Eine Besonderheit auf dem Maxplatz ist ein zweites Kriegerdenkmal. Es erinnert an die Gefallenen und "den Strapazen erlegenen" Toten des deutsch-französischen Krieges 1870 - 1871. Das Wappen von Rehau auf einer Granit-Stele
Auf einer Granit-Stele am Maxplatz findet man das Wappen von Rehau. Es zeigt ein Reh zwischen Fichten- oder Tannenwald. Das schwarz-weiße Schildchen weist auf den Einfluss der Hohenzollern in unserer Gegend hin.

Die Europabrücke zwischen Rehau und dem verschwundenen Dorf Mähring

Die Europabrücke, über die bei Innsbruck die Brenner-Autobahn führt, kennt wahrscheinlich jeder. Mehrere Brücken und Stege wurden auch in Deutschland so genannt, aber bei Rehau steht wahrscheilich die kleinste Europabrücke. Von Rehau führte früher eine Straße in östlicher Richtung über den Mähringsbach Richtung Asch (Aš) in Böhmen. Die Grenze war durchlässig bis der Eiserne Vorhang die Verkehrswege unterbrach. Auf böhmischer Seite lag das Dorf Mähring. Mit über 30 Häusern, meist Bauernhöfen, und einer eigenen Schule war es nicht mal so klein. Als westlichstes Dorf der Tschechoslowakei (CČSSR) lag es zu nahe an der Grenze, so dass um 1950 alle Gebäude abgerissen und die meist deutschen Einwohner vertrieben wurden. Nach der Grenzöffnung wurde im Jahr 1992 das wiedergefundene Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges von Mähring am alten Standort in der Nähe der Dorfschule wieder aufgestellt und eine Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges hinzugefügt. Von den den Häusern, den Höfen, der Mühle und der Schule ist nichts mehr zu sehen.
Die Europabrücke zwischen Rehau und Mähring Die Europabrücke ist ein Steg
über den Mähringsbach
Das Kriegerdenkmal des verschwundenen Dorfes Mähring
Das Kriegerdenkmal des
verschwundenen Dorfes Mähring
Weitere Fotos und Informationen:
 Verschwundenes Dorf Mähring

Impressionen am Perlenbach in Rehau

Der Perlenbach in Rehau Am Perlenbach in Rehau Impressionen aus Rehau

Pestalozzi-Grundschule Rehau

Das Gebäude der 1908 als Volksschule von Johann Georg Dunkel im Jugendstil erbauten Rehauer Pestalozzi-Grundschule besitzt einen eigenen Knaben-Eingang. Der Spruch »Früh übt sich, was ein Meister werden will!« darüber bezieht sich dann offenbar nur auf die Buben. Einen Mädchen-Eingang habe ich nicht gefunden. Durften sie den Haupteingang benutzen, oder mussten sie draußen bleiben? Über dem schön geschwungenen Giebel befindet sich ein Türnchen, in dem wahrscheinlich eine Glocke befand, welche die Schüler zum Unterricht rief. Vom Turm-Umgang mit Geländer konnte man anscheinend nach säumigen Schülern Ausschau halten, die noch Richtung Schule unterwegs waren. Das mit Reliefs verzierte Portal scheint aus Betonguss zu bestehen - trotzdem schön.
Knaben-Eingang der Pestalozzi-Grundschule Rehau Pestalozzi-Grundschule Rehau Portal der Pestalozzi-Grundschule Rehau

Evangelisch-lutherische Stadtpfarrkirche St. Jobst

Von Alters her stand an diesem Platz eine dem Heiligen Jobst geweihte Kapelle, die von der Pfarrei Schwarzenbach an der Saale betreut wurde. Der heutige Kirchenbau aus dem 15. Jahrhundert gilt als das älteste Gebäude der Stadt, wurde aber verschiedentlich umgebaut. Da Rehau zum Fürstentum Kulmbach-Bayreuth gehörte, führte Markgraf Georg von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach (Georg der Fromme) als Anhänger Martin Luthers in seinen Ländereien den Protestantismus ein. Obwohl das Gebäude von den Stadtbränden verschont blieb, wurde der Innenraum immer wieder umgestaltet, so zum Beispiel 1824 schlicht klassizistisch. 1873 ließ Pfarrer Johann Simon Keppel einen neugotischen Hochaltar, eine Orgel und Elemente der Renaissance einbauen. 1926 war die nächste Umgestaltung fällig und wieder ein Kanzelaltar eingefügt. Die letzte Umgestaltung der Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1966, bei der man wohl versuchte,sich wieder dem Klassizismus zu nähern.
Die evangelische Stadtkirche St. Jobst in Rehau Altarraum der evangelischen Kirche in Rehau Innenraum der evangelischen Kirche in Rehau
Das Turmportal mit dem steinernen Christuskopf müsste noch aus dem späten Mittelalter stammen. Daneben befindet sich ein schöner granitener Brunnen mit einem Zitat aus dem 65. Psalm: »Gottes Brünnlein haben Wassers die Fülle«. Das Bild von Martin Luther und Katharina von Bora ist wahrscheinlich neueren Datums und alten Gemälden nachempfunden. Vielleicht stand es da auch nur wegen des Lutherjahrs 2017.
Portal der evangelischen Kirche in Rehau Brunnen vor der evangelischen Kirche in Rehau Gemälde: Martin Luther und Katharina von Bora







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