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Schönwald im Fichtelgebirge

in Oberfranken (Bayern)
und die Dörfer im Grenzland zu Tschechien

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Schönwald

Schönwald
Hier zwischen Selb, Rehau und dem tschechischen Asch fällt auf, dass im Grenzgebiet zu Tschechien mehrere Ortschaften liegen, die im deutschsprachigen Raum sehr oft vorkommen, wobei einige ehemalige Dörfer natürlich nur noch eingemeindete Stadtteile sind. So fand ich Lauterbach 22 mal in Deutschland und fünf mal in Österreich, Neuhausen 37 mal. Am häufigsten fand ich Reichenbach mit 56 Vorkommen allein in Deutschland. Auch Schönwald kommt fünf mal in Deutschland und neun mal in Tschechien und Polen vor. Dort heißen die Ortschaften inzwischen natürlich anders, in der jeweiligen Landessprache.

Das Tal des Perlenbachs bei Schönwald

Das Tal des Perlenbachs

Östlich von Schönwald fließt der Perlenbach vorbei. Seinen Namen verdankt er dem ehemals häufigen Vorkommen der Flussperlmuschel. Es gab sie so reichlich, dass man hier ab dem 18. Jahrhundert die Perlenfischerei als Gewerbe betrieb. Allerdings enthalten nur wenige Muscheln auch Perlen. Ob man die Muscheln auch aß, weiß ich nicht. Dass sie heute eher selten geworden sind, liegt an ihren sehr spezifischen Ansprüchen an die Gewässer. Nach dem Schlüpfen aus den Eiern im Kies des Baches leben sie fast ein Jahr als Parasiten in den Kiemen von Bachforellen. Nachdem sie dort eine Größe von ca. 0,5 mm erreicht haben, verlassen sie den Fisch und graben sich im Kies des Bachgrundes ein, wo sie über 5 Jahre leben und Nährstoffe aus dem Wasser filtern. Erst dann werden sie am Grund des Gewässers sichtbar und leben weiterhin von Nährstoffen, die sie mit ihren Kiemen aus dem vorbeiströmenden Wasser filtern. Leider werden die Bachforellen mehr und mehr durch die eingesetzten Regenbogenforellen verdrängt, die als Wirt ungeeignet sind. Düngereintrag durch angrenzende landwirtschaftliche Flächen, Streusalz von den Straßen und eine Verschlammung des Gewässergrundes haben die meisten Vorkommen heute ausgelöscht. Auch Bisamratten und Waschbären, die es früher bei uns nicht gab, haben die Muscheln zum Fressen gern. Im Grenzgebiert zu Tschechien haben noch einzelne Kolonien überlebt und werden heute aufwändig geschützt. Der Perlenbach vereinigt sich in Rehau zur Schwesnitz, die durch das Naturschutzgebiet Wojaleite nach Oberkotzau und dort in die Sächsische Saale fließt.

Die Sophienquelle

Brunnenhaus der Sophienquelle bei Schönwald Im Tal des Perlenbaches, im Ortsteil Grünauermühle, steht das Brunnenhaus der Sophienquelle, einem Mineralbrunnen, dessen Wasser lange Zeit in Flaschen abgefüllt und verkauft wurde. In den letzten Jahren ruht der Betrieb, eine Sanierung der Quelle ist jedoch geplant. Das Brunnenhaus hat einen achteckigen Grundriss mit einem Sockel aus Granit und ein geschwungenes Blechdach. Die ehemalige Sophienquelle bei Schönwald im Fichtelgebirge

Das Grenzland zu Tschechien

Viele Jahrzehnte war nicht weit östlich von Schönwald die Welt zu Ende. Der Eiserne Vorhang trennte unüberwindlich Oberfranken, Bayern und die Bundesrepublik Deutschland von der damaligen Tschechoslowakei (ČSSR). Nicht alle Menschen fanden das nur schlecht. Hier hatte man seine Ruhe, kaum Verkehr, als wäre die Zeit stehengeblieben. Im Gegensatz zur  Innerdeutschen Grenze, der Grenze zur ehemaligen DDR, erfolgten die Grenzöffnungen nach Tschechien mit etwas zeitlicher Verzögerung. Nach der sanften Revolution in Tschechien wurde der Grenzübergang Selb - Asch (Aš) am 1. Juli 1990 eröffnet, damals natürlich noch mit Grenzkontrollen. Erst nach dem Beitritt Tschechiens zum Schengener Abkommen am 21. Dezember 2007 fielen auch die Personenkontrollen weg. Nach und nach wurden auch Fußgänger-Grenzübergänge für Anwohner und Wanderer geschaffen, wie hier zum Beispiel der Grenzübergang von Neuhausen zum tschechischen Asch (Aš) für Fußgänger und Radfahrer (Wanderer und Biker).

Neuhausen


Das idyllische Dorf Neuhausen, ein Ortsteil der oberfränkischen Stadt Rehau, gliedert sich in das obere Dorf mit dem Grenzübergang nach Tschechien und das untere Dorf mit dem Kriegerdenkmal. Am Grenzübergang steht das Denkmal Wiederfindung Europas. Westlich davon macht die Grenze eine Schleife in die Tschechische Republik. Diesen kleinen hügeligen Deutsch-Landzipfel, der offiziell Wagnersberg heißt, nennen die Einheimischen den Schlauch. Im Jahr 2017 wurden Pläne bekannt, dort ein Zentrum für Biodiversität bzw. Erlebniszentrum für Artenvielfalt am Grünen Band Europa zu bauen. Unter der Bezeichnung Arte Noah wurde ein Architekt aus Barcelona für die Planung ausgewählt.
Grenzübergang Neuhausen für Fußgänger und Radfahrer
Grenzübergang Neuhausen, links davon ist die Arte Noah geplant
Denkmal Wiederfindung Europas in Neuhausen
Denkmal Wiederfindung Europas

Auf tschechischer Seite führt eine schöne alte Allee Richtung Asch, sie war Teil der alten Poststraße Hof - Asch - Eger. Auf deutscher Seite sind diese Straßenbäume größtenteils Verschwunden. Sie fielen schon ab den sechziger Jahren dem westlichen Fortschritt zum Opfer. Auch die Tatsache, dass das grenznahe Gebiet in Tschechien Sperrgebiet war, erhielt viele Naturschätze in diesem Bereich, heute bekannt als das Grüne Band Europas. Im Gegensatz dazu wurden Häuser und Dörfer im Grenzgebiet grundsätzlich dem Erdboden gleichgemacht. Beispiele gibt es viele, wie das Dorf Mähring etwas weiter nördlich von Neuhausen oder  Markhausen an der Eger weiter im Süden.
Grenzübergang Neuhausen für Fußgänger und Radfahrer
Grenzübergang Neuhausen und die alte Poststraße nach Asch
Neuhausen von der tschechischen Seite gesehen
Neuhausen von der tschechischen Seite gesehen

Das Alte Zollhaus erinnert an frühere Zeiten, als hier schon die Grenze zwischen Bayern und der österreich-ungarischen Donaumonarchie verlief. Bis zum 2. Weltkrieg boomten die Gaststätten durch den regen Grenzverkehr. Wegen des Eisernen Vorhangs gingen sie zu Grunde, wie hier Beck's Gasthof, in dem nach einer Info-Tafel Johann Wolfgang von Goethe von 1807 bis 1812 fünf mal pausierte auf seinen Reisen in die böhmischen Bäder  Franzensbad,  Karlsbad und Marienbad. Das Alte Zollhaus in Neuhausen
Beck's Gasthof in Neuhausen, reger Grenzverkehr bis zum Eisernen Vorhang

Das untere Dorf blieb schon früher vom regen Treiben des Grenzverkehrs weitgehend unberührt.
Neuhausen in Oberfranken (Bayern)
Das untere Dorf von Neuhausen in Oberfranken (Bayern)
Das Kriegerdenkmal in Neuhausen
Kriegerdenkmal an einem Weiher in Neuhausen

Weitere Infos über  Neuhausen

Ausflugsgaststätte Altes Pfarrhaus

Geht man von Schönwald Richtung Kornberg oder Pilgramsreuth, liegt tief im Wald Göringsreuth, eine Einöde, die nur aus einem Haus besteht, einer Ausflugsgaststätte, dem Alten Pfarrhaus. Es wurde 1812 von einem Nikol Göring erbaut und befindet sich noch weitgehend im Urzustand, jedoch heute als Ausflugslokal bestens renoviert, nachdem es bis 1999 nicht mal Strom- und Wasserleitungsanschluss hatte. Göring war ein aus Großzöbern strafversetzter Pfarrer, der das Haus auch für seinen Ruhestand gebaut hatte. Schon 3 Jahre nach Fertigstellung erlitt er während einer Predigt auf der Kanzel in Pilgramsreuth einen Schlaganfall. Man brachte ihn ins Pfarrhaus, wo er wenig später starb. Er hinterließ zwölf Kinder von zwei Frauen. 1875 eröffnete in dem Haus ein Peter Raithel eine Bierschänke als erster Pfarrhauswirt. Heute gehört das Haus Louis Ferdinand Freiherr von der Borch, der seinen Sitz im Schloss Sophienreuth zwischen Schönwald und Selb hat und der das Haus 2001 sanieren und an das Stromnetz und die Wasserleitung anschließen ließ.
Ausflugsgaststätte Altes Pfarrhaus bei Schönwald Ausflugsgaststätte Altes Pfarrhaus auf der Göringsreuth bei Schönwald
Ausflugsgaststätte Altes Pfarrhaus auf der Göringsreuth am  Kornberg im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern)  Altes Pfarrhaus

Reichenbach, Ortsteil von Schönwald im Fichtelgebirge
Reichenbach, Ortsteil von Schönwald im Fichtelgebirge

Reichenbach und Lauterbach


Weitere Dörfer mit häufigen Namen im Grenzgebiet zwischen Schönwald und der tschechischen Grenze sind Reichenbach und Lauterbach, das zur Stadt Selb gehört.
Lauterbach, Ortsteil von Selb in Oberfranken
Lauterbach, Ortsteil von Selb in Oberfranken





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