Fotos und Informationen
aus dem Fichtelgebirge

Uranbergwerk

am Rudolfstein bei Weißenstadt
Reiseberichte mit Bildern
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Uranbergwerk am Rudolfstein im Fichtelgebirge Uran wurde im Fichtelgebirge vor allem in den 50er Jahren abgebaut, möglicherweise auch schon während der Hitler-Zeit, was geheimgehalten wurde. Sogar der Atomminister Franz-Joseph Strauß besuchte damals die Anlagen bei Weißenstadt. Das größte Bergwerk befand sich am Hang des Rudolfsteins. Das Stollenmundloch ist noch heute zu sehen.

In der Nähe des Eingangs ist der Granit verwittert und rieselt als Sand von den Wänden und von der Decke. Das Grubenholz der Abstützungen ist morsch. Links ein Bild aus dem Jahr 2010, rechts von 1975. Alle Fotos vom Inneren des Bergwerks stammen aus den 70er Jahren. Damals besaß der Stollen auch schon die schwere Eisentür. Wenn man aber das kalte Grubenwasser nicht scheut, das ständig herausläuft, konnte man unter dem Tor hindurchkriechen: Außen ausziehen, durchs Wasser nach innen, Kleidung durch das Gitter, drinnen wieder anziehen - so leicht ging das. Erlaubt war es natürlich nicht, aber nach 35 Jahren dürften alle Taten verjährt sein!
Uranbergwerk bei Weißenstadt im Fichtelgebirge
Stollen des Uranbergwerks bei Weißenstadt im Fichtelgebirge Stollen des Uranbergwerks am Rudolfstein im Fichtelgebirge

Sprengstoffkammer Hinter dem hereingerutschten Sand staut sich das Wasser.

Die Sprengstoffkammer ist überflutet.
Sie ist immer noch gut verschlossen.

Zum Abtransport des Erzes und des Abraumes waren Schienen verlegt, auf denen die Loren gezogen werden konnten. Sicher gab es dazu eine kleine Elektro-Lokomotive, wie sie zum Beispiel hier im  Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen bei Lichtenberg oder im  Bergbaumuseum Arzberg zu sehen sind.

An der Decke haben sich innerhalb von 20 Jahren Brauneisentropfsteine (Limonit-Tropfsteine) gebildet.
Brauneisen-Tropfsteine, Limonit-Tropfsteine

Limonit- oder Brauneisen-Ablagerungen mit Schimmel Die Ablagerungen des Brauneisens (Limonits) sind teilweise mit einer weißen Schicht überzogen, die ich einfach für Schimmel halte.

Daneben gibt es auch schwarze Ablagerungen an der Decke und an den Wänden. Es dürfte sich um Mangan handeln.
Manganablagerungen

Drehscheibe der Grubenbahn Nach einigen hundert Metern erreicht man eine Kreuzung. Der Größe der Drehscheibe nach dürften hier nur Grubenbahnen mit sehr kleinen Loren zum Einsatz gekommen sein.

Schacht mit Aufzug Im linken Stollen erreicht man einen Schacht mit einem Aufzug. Der Schacht und die unteren Stockwerke sind natürlich mit Wasser vollgelaufen.

Als wir das Aufzugsgestell nach oben kletterten, war ein Luftzug zu spüren. Der Schacht musste sich also bis zur Oberfläche fortsetzen. Wir haben den Hang des Rudolfsteins abgesucht und den Luftschacht tatsächlich gefunden: Als übergroßer Pilz stand er mitten im Wald. Links ein Bild um 1975, rechts von 2010, er hat sein Regendach eingebüßt.

Man beachte den gewaltigen Unterschied bei den Bäumen!
Aufzugsgestell und Luftschacht
Luftschacht des Bergwerks am Rudolfstein 1975 Luftschacht des Bergwerks am Rudolfstein 2010

Seitenstollen mit Abraum Seitenstollen, mit denen man Erzgänge verfolgte und hoffte, vielleicht auf größere Lagerstätten zu stoßen, sind teilweise wieder mit Abraum gefüllt. Auf diese Weise musste man ihn nicht nach außen schaffen. Auch im rechten Stollen stießen wir wieder auf einen Luftschacht mit Luftzug. Luftschacht

Luftschacht des Uranbergwerks bei Weißenstadt 1975 Und auch diesen Luftschacht konnten wir am Hang des Berges finden. Links ein Bild von 1975. Im rechten Bild von 2010 sieht die Überdachung mit ihrem kleinen Aufsatz aus wie eine kleine Kapelle, die im Boden versunken ist.

Die erneuerte Überdachung zeigt, dass sich das Bergamt offenbar noch immer um die alten Bergwerke kümmert.
Luftschacht des Uranbergwerks bei Weißenstadt 2010

Brunnen im Bergwerk Bei einem Wassereintritt haben die Bergleute einen kleinen Brunnen gebaut. Der stehende Bergmann bin übrigens ich (Das war 1975, heute sehe ich natürlich viel jünger aus!). Torbernitablagerungen
An manchen Stellen tritt das Uran nicht als Pechblende, sondern in einer grünen Kupferverbindung auf, dem Torbernit.

Torbernit - 	Kupferautunit - Kupferphosphoruranit Wo Kupfer vorhanden war hat sich das Uran mit ihm zu Torbernit verbunden. Man nennt das Mineral auch Kupferautunit oder Kupferphosphoruranit. Torbernit-Kristalle

Torbernit auf eisenhaltigem Granit Torbernit auf Quarz

Autunit - Kalkuranglimmer Wo Kalk (Kalzium) vorhanden war, verband sich das Uran damit zu Autunit oder Kalkuranglimmer. Es geht etwas mehr ins gelbliche und im Gegensatz zu Torbernit zeigt es manchmal eine grünlich-gelbe Fluoreszenz, wenn man es mit UV-Licht bestrahlt.

Das Mineral aus Weißenstadt zeigt allerdings wenig Fluoreszenz, so dass ich den Effekt rechts an Autunit aus Sailauf im Spessart demonstriere.
Autunit-Fluoreszenz

Autunit - Kalkuranglimmer Die gesundheitliche Schädlichkeit des Urans, des Radiums und der radioaktiven Strahlung wurde übrigens im Jahr 1924 in New York entdeckt, und zwar von einem Zahnarzt! Er beschrieb damals den Radiumkiefer. In der Nähe gab es eine Fabrik, die Zeiger und Ziffernblätter mit Leuchtfarbe herstellte. Die Ziffernblattmalerinnen hatten die Angewohnheit, die Pinsel mit dem Mund zu befeuchten, da radioaktive Stoffe damals als gesundheitsförderlich galten. Es wurde sogar ein mit Radium versetztes Getränk mit dem Namen Radithor hergestellt. Das berühmteste Opfer dieses Getränks war der Stahlmagnat Eben Byers. Während Radium, so wie das durch den Tschernobyl-Unfall bekannt gewordene Cäsium, die Knochen und das Gehirn angreifen, führt Uran zu Nierenschäden.

Heute braucht man übrigens vor Uhren mit Leutziffern keine Angst mehr zu haben. Die heutigen Leuchtziffern werden natürlich ohne radioaktive Stoffe hergestellt. Dafür leuchten sie auch nur eine bestimmte Zeit, bis die Energie durch vorher zugeführtes Licht verbraucht ist. Die alte radiumhaltige Leuchtfarbe leuchtete durch die Radioaktivität auch danach noch schwach weiter.

Bierkrug "Uranbier" der Bürgerbräu Weißenstadt Die negative Einstellung zum Uran, zur Radioaktivität und zur Kernenergie entstand erst später mit der Umweltbewegung.

Auf diesem Bierkrug warb die Bürgerbräu Weißenstadt mit "Uranbier"!

Heute nutzt man ein Zerfallsprodukt des Urans, das Edelgas Radon, für Heilzwecke. Es kommt im Gebiet Weißenstadt,  Kirchenlamitz,  Marktleuthen vor allem in der Luft von Felsenkellern, aber auch gelöst im Grundwasser vor. Die Anwendungen nennt man Radontherapie oder  Radonbalneologie. Je nachdem wie das Gas verabreicht wird, spricht man von Radonbädern oder Radoninhalationskuren. Die Stimulierung des menschlichen Immunsystems durch das Radon soll vor allem gegen chronische Krankheiten wie Rheuma, Hautkrankheiten und Atemwegserkrankungen helfen.
"Uranbier" aus Weißenstadt im Fichtelgebirge

Uranmedaille Vom ersten gewonnenen Uran wurden Uranmedaillen geprägt. Eine davon erhielt der Weißenstädter Bürgermeister.
Aufschrift:
Erstes Deutsches Uran aus Weißenstadter Torbernit-Erz.

Inzwischen zerbröseln die Medaillen. Ob es sich dabei um Korrosion handelt oder ob das Metallgitter durch die Strahlung zerschossen wird, kann ich nicht beurteilen.
Uranmedaille






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