Besucherbergwerk Werra
Zinn- und Uranbergwerk

Fotos und Informationen
aus dem Fichtelgebirge:
Zinnerzgrube Werra
am Rudolfstein bei Weißenstadt

Reiseberichte mit Bildern

  Fichtelgebirge


Zinnerzgrube Werra am Rudolfstein im Fichtelgebirge Uranbergwerk am Rudolfstein bei Weißenstadt im Fichtelgebirge Uranbergwerk Werra bei Weißenstadt im Fichtelgebirge
Uran wurde im Fichtelgebirge vor allem in den 50er Jahren abgebaut, möglicherweise auch schon während der Hitler-Zeit, was geheimgehalten wurde. Sogar Franz-Joseph Strauß, der 1955 Bundesminister für Atomfragen wurde, besuchte damals die Anlagen bei  Weißenstadt. Das größte Bergwerk befindet sich am Hang des Rudolfsteins im Fichtelgebirge. Das Stollenmundloch war bis zu seinem Ausbau als Besucherbergwerk für mich einer der geheimnisvollsten und romantischsten Plätze meiner Heimat. Da den Deutschen von den Alliierten der Abbau von Uran verboten war, wurde das Bergwerk zunächst als Zinnerzgrube Werra oder Zinnbergwerk Werra weiterbetrieben, benannt nach einem ab 1940 hier angelegten Explorationsstollen auf Zinnerz, betrieben von einer Berggewerkschaft Werra.
Zinnerzgrube Werra bei Weißenstadt im Fichtelgebirge, demnächst Besucherbergwerk In der Nähe des Eingangs war der Granit durch Witterungseinflüsse und den Temperaturwechsel zwischen Sommer und Winter verwittert und rieselte als sandartiger Granitgrus von den Wänden und von der Decke. Das Grubenholz der Abstützungen war morsch. Links ein Bild aus dem Jahr 2010, rechts von 1975. Alle Fotos vom Inneren des Bergwerks stammen aus den 70er Jahren. Damals besaß der Stollen auch schon die schwere Eisentür. Wenn man aber das kalte Grubenwasser nicht scheute, das ständig herausläuft, konnte man unter dem Tor hindurchkriechen: Außen ausziehen, durchs Wasser nach innen, Kleidung durch das Gitter, drinnen wieder anziehen. So leicht ging das. Erlaubt war es natürlich nicht, aber nach 35 Jahren dürften alle Taten verjährt sein! Stollen des Uranbergwerks am Rudolfstein im Fichtelgebirge
Der Betrieb erfolgte ab 1950 von der Maxhütte (Maxmilianshütte) in Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz), die zum Flick-Konzern gehörte. Das Uranerz wurde von der Firma Degussa aufbereitet und es stellte sich heraus, dass große Mengen Uranerz im Fichtelgebirge lagern. Schon Anfang der 60er Jahre musste man allerdings feststellen, dass der Weltmarktpreis für Uran zu niedrig war, um einen wirtschaftlich erfolgreichen Abbau in Deutschland zuzulassen, obwohl im inneren Fichtelgebirge große Mengen Uran lagern. So wurde der Betrieb wieder eingestellt. Im Jahr 1968 versuchte man sich erneut an einem Abbau, der aus den gleichen Gründen wieder eingestellt wurde.

Sprengstoffkammer des Uranbergwerks Hinter dem hereingerutschten Sand staute sich das Wasser. Die Sprengstoffkammer war 1975 überflutet und immer noch gut verschlossen. Ehemalige Sprengstoffkammer im Rudolfstein bei Weißenstadt
Im Jahr 2010 fand man die Sprengstoffkammer geöffnet. Im Innern befand sich nur noch ein leeres Regal. Auf der Innenseite der Tür befindet sich ein Schild mit der Aufschrift: "Genehmigt für 600 kg Gelatine Donarit". Auf der Außenseite steht "Achtung Sprengstoffe. Unbefugten ist der Zutritt verboten".

Stollen des Uranbergwerks oder Zinnerzgrube Werra bei Weißenstadt Zum Abtransport des Erzes und des Abraumes waren Schienen verlegt, auf denen die Loren gezogen werden konnten. Sicher gab es dazu eine kleine Elektro-Lokomotive, wie sie zum Beispiel hier im  Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen bei Lichtenberg oder im  Bergbaumuseum Arzberg zu sehen sind.

An der Decke haben sich innerhalb von 20 Jahren Brauneisentropfsteine (Limonit-Tropfsteine) gebildet. Sie wachsen wesentlich schneller als die Kalksinter-Tropfsteine in den bekannten Tropfsteinhöhlen der  Fränkischen Schweiz.
Brauneisen-Tropfsteine, Limonit-Tropfsteine

Limonit- oder Brauneisen-Ablagerungen mit Schimmel Die Ablagerungen des Brauneisens (Limonits) sind teilweise mit einer weißen Schicht überzogen, die ich für Schimmel hielt. Es könnte sich jedoch auch um mineralische Ausschwemmungen handeln, vielleicht ein Aluminiumsilikat, ein Abbauprodukt des Feldspats ähnlich dem Kaolin.

Daneben gibt es auch schwarze Ablagerungen an der Decke und an den Wänden. Dabei dürfte es sich um Manganverbindungen handeln.
Manganablagerungen

Drehscheibe der Grubenbahn Nach einigen hundert Metern erreicht man eine Kreuzung. Der Größe der Drehscheibe nach dürften hier nur Grubenbahnen mit sehr kleinen Loren zum Einsatz gekommen sein.

Schacht mit Aufzug Im linken Stollen erreicht man einen Schacht mit einem Aufzug. Der Schacht und die unteren Stockwerke sind natürlich mit Wasser vollgelaufen. Da der Schacht nicht bis zur Erdoberfläche reicht, nennt man ihn Blindschacht. Weiter nach oben führt nur ein Wetter-Bohrloch zur Belüftung und um das Radon-Gas abzuleiten.



Als wir das Aufzugsgestell nach oben kletterten, war ein Luftzug zu spüren. Es musste also eine Öffnung an der Erdoberfläche geben. Wir haben den Hang des Rudolfsteins abgesucht und das Bohrloch tatsächlich gefunden: Als übergroßer Pilz stand es mitten im Wald. Links ein Bild um 1975, rechts von 2010, es hat sein Regendach eingebüßt. Die Bergleute nennen diese Luftschächte Wetterschächte.

Man beachte den gewaltigen Unterschied bei den Bäumen!
Aufzugsgestell und Luftschacht
Luftschacht des Bergwerks am Rudolfstein 1975 Luftschacht des Bergwerks am Rudolfstein 2010

Seitenstollen mit Abraum Seitenstollen, sogenannte Querschläge, mit denen man Erzgänge, Quarzadern oder Pegmatite verfolgte, und hoffte, vielleicht auf größere Lagerstätten zu stoßen, sind teilweise wieder mit Abraum gefüllt. Auf diese Weise musste man ihn nicht nach außen schaffen. Auch im rechten Stollen stießen wir wieder auf einen Luftschacht mit Luftzug. Luftschacht

Luftschacht des Uranbergwerks bei Weißenstadt 1975
1975
Und auch diesen Luftschacht (Wetterschacht) konnten wir am Hang des Berges finden. Links ein Bild von 1975. Im rechten Bild von 2010 sieht die Überdachung mit ihrem kleinen Aufsatz aus wie eine kleine Kapelle, die im Boden versunken ist.

Die erneuerte Überdachung zeigt, dass sich das Bergamt und später die Stadt Weißenstadt über die Jahre laufend um die alten Bergwerke kümmerte.
Wetterschacht des Uranbergwerks bei Weißenstadt 2010
2010
Luftschacht der Zinnerzgrube Werra bei Weißenstadt
Frühjahr 2014
Im Zuge des Ausbaus als Besucherbergwerk im Jahr 2014 wurde auch dieser Luftschacht gesichert und mit einer Betonplatte versehen. Wetterschacht der Zinnerzgrube Werra bei Weißenstadt
20. August 2014

Brunnen im Bergwerk Bei einem Wassereintritt haben die Bergleute einen kleinen Brunnen gebaut. Der stehende Bergmann bin übrigens ich (Das war 1975, heute sehe ich natürlich viel jünger aus!). Torbernitablagerungen
An manchen Stellen, besonders hier im Rudolfstein, tritt das Uran nicht als Pechblende, sondern in einer grünen Kupferverbindung auf, dem Torbernit.

Torbernit - Kupferautunit - Kupferphosphoruranit Wo Kupfer vorhanden war hat sich das Uran mit ihm zu Torbernit verbunden. Man nennt das Mineral auch Kupferautunit oder Kupferphosphoruranit. Torbernit-Kristalle

Torbernit auf eisenhaltigem Granit Torbernit auf Quarz

Autunit - Kalkuranglimmer Wo Kalk (Kalzium) vorhanden war, verband sich das Uran damit zu Autunit oder Kalkuranglimmer. Es geht etwas mehr ins gelbliche und im Gegensatz zu Torbernit zeigt es manchmal eine grünlich-gelbe Fluoreszenz, wenn man es mit UV-Licht bestrahlt.

Das Mineral aus Weißenstadt zeigt allerdings wenig Fluoreszenz, so dass ich den Effekt rechts an Autunit aus Sailauf im Spessart zeige.
Autunit-Fluoreszenz

Uranmedaille Vom ersten gewonnenen Uran wurden Uranmedaillen geprägt. Eine davon erhielt der Weißenstädter Bürgermeister.
Aufschrift:
Erstes Deutsches Uran aus Weißenstadter Torbernit-Erz.

Inzwischen zerbröseln die Medaillen. Ob es sich dabei um Korrosion handelt oder ob das Metallgitter durch die Strahlung zerschossen wird, kann ich nicht beurteilen.
Uranmedaille

Autunit - Kalkuranglimmer Die gesundheitliche Schädlichkeit des Urans, des Radiums, des Radons und der radioaktiven Strahlung allgemein wurde übrigens erst im Jahr 1924 in New York entdeckt, und zwar von einem Zahnarzt! Er beschrieb damals den Radiumkiefer. In der Nähe gab es eine Fabrik, die Zeiger und Ziffernblätter mit Leuchtfarbe herstellte. Die Ziffernblattmalerinnen hatten die Angewohnheit, die Pinsel mit dem Mund zu befeuchten, da radioaktive Stoffe damals als gesundheitsförderlich galten. Es wurde sogar ein mit Radium versetztes Getränk mit dem Namen Radithor hergestellt. Das berühmteste Opfer dieses Getränks war der Stahlmagnat Eben Byers. Während Radium, so wie das durch den Tschernobyl-Unfall bekannt gewordene Cäsium, die Knochen und das Gehirn angreifen, führt Uran zu Nierenschäden.

Heute braucht man übrigens vor Uhren mit Leutziffern keine Angst mehr zu haben. Die heutigen Leuchtziffern werden natürlich ohne radioaktive Stoffe hergestellt. Dafür leuchten sie auch nur eine bestimmte Zeit, bis die Energie durch vorher zugeführtes Licht verbraucht ist. Die alte radiumhaltige Leuchtfarbe leuchtete durch die Radioaktivität auch danach noch schwach weiter.

Bierkrug "Uranbier" der Bürgerbräu Weißenstadt Die negative Einstellung zum Uran, zur Radioaktivität und zur Kernenergie entstand erst später mit der Umweltbewegung. Auf diesem Bierkrug warb die Bürgerbräu Weißenstadt noch mit "Uranbier"! Wobei es sich wohl mehr um einen Scherz handelte.

Heute nutzt man ein Zerfallsprodukt des Urans, das
radioaktive Edelgas Radon,
für Heilzwecke. Es kommt im Gebiet  Weißenstadt,  Kirchenlamitz,  Marktleuthen vor allem in der Luft von Felsenkellern, aber auch gelöst im Grundwasser vor. Die Anwendungen nennt man Radontherapie oder  Radonbalneologie. Je nachdem wie das Gas verabreicht wird, spricht man von Radonbädern oder Radoninhalationskuren. Die Stimulierung des menschlichen Immunsystems durch das Radon hilft vor allem gegen chronische Krankheiten wie Rheuma, Hautkrankheiten und Atemwegserkrankungen. Radontherapien werden im nahen  Kurzentrum am Weißenstadter See angeboten.
"Uranbier" aus Weißenstadt im Fichtelgebirge

Während bei einer kurmäßigen Anwendung die körpereigenen Abwehrkräfte stimuliert werden, kann Radon bei Dauerbelastung auch schädlich sein. Wie bei jeder Medizin gilt hier ganz besonders der bekannte Ausspruch des Schweizer Arztes, Alchemisten, Mystikers und Philosophen Paracelsus im 16. Jahrhundert: »Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.« Beim Radon entscheidet vor allem die zeitliche Dosis über positive oder auch negative Wirkungen.

Insbesondere in alten Häusern mit nicht abgedichteten Kellern kann das radioaktive Gas ins Haus gelangen und wird dann von den Bewohnern ständig eingeatmet. Durch den Einbau moderner dichter Fenster und Türen zur Energie-Sanierung reichert sich das Gas stärker an als früher. Diese ständige Radonbelastung bedeutet für die Bevölkerung Gesundheitsgefahren und führt vor allem zu Lungenkrebs. Zur Beurteilung des Radongehalts in der Wohnung gibt es Messdosen, die man eine bestimmte Zeit auf einen Schrank stellen und dann an ein Labor einsenden muss. Als Gegenmittel hilft nur ein Abdichten des Kellers und Lüften der Wohnung.
Warnsymbol "Giftig!": Uran, Radon und Polonium Radon hat eine geringe Halbwertszeit von bis zu 3,8 Tagen (je nach Isotop). Leider sind seine Nachfolger in der Zerfallsreihe, also manche Zerfallsprodukte, ebenfalls wieder radioaktiv und giftig. Besonders ragt daraus ein Metall hervor, das im Jahr 2006 weltweit Schlagzeilen machte, als der KGB-Spion und Putin-Kritiker Alexander Walterowitsch Litwinenko damit getötet wurde: Polonium. Todesgrüße aus Moskau?

Zwar sind sowohl Radon als auch Polonium nur Alphastrahler, deren energiearme radioaktive Strahlung nicht weit reicht und selbst schon durch ein Blatt Papier abgeschirmt werden kann, gelangen sie jedoch direkt in den Körper, können sie dort ihr zerstörerisches Werk verrichten. Es reicht schon ein Millionstel Gramm Polonium, um einen Menschen zu töten. Nachdem ein Polonium-Atom seine Strahlung abgegeben hat, zerfällt es zu relativ harmlosem Blei.
Warnsymbol "Radioaktiv!": Uran, Radon und Polonium
Besonders nachdem im nahen Großschloppen bei Kirchenlamitz ein Versuchsstollen auf Uran gegraben wurde, machte ich mir Gedanken, ob Uran nicht auch in unserem Grundwasser und damit im Trinkwasser enthalten sein könnte. Eines unserer Quellgebiete liegt bei Kleinschloppen, nicht weit von dem Bergwerk. Es stellte sich jedoch heraus, dass der eingeführte Grenzwert für Uran im Trinkwasser von 10 Mikrogramm pro Liter bei uns weit unterschritten wird, sowohl bei den oberflächennahen Quellen am Epprechtstein, als auch im fossilen Grundwasser bei Marktleuthen. Das verblüffende ist, dass Überschreitungen des Grenzwerts oft ausgerechnet in Gegenden gemessen werden, in denen kaum natürliches Uran im Boden vorkommt.  Landkarte der Trinkwasserbelastung mit Uran in Deutschland

Die Ursache scheint (unter anderem) in mineralischem Phosphatdünger zu liegen, der in Verbindung mit dem Mineral Apatit das Uran in landwirtschaftlich intensiv genutzten Böden anreichert. Während das natürlich im Gestein vorkommende Uran kristallin und fest im Felsen eingebunden ist, gelangt es durch das Mahlen des Mineraldüngers leicht ins Niederschlagswasser und mit der Zeit ins Grundwasser. Das einzige Problem bei uns besteht im Radon, das auch im Trinkwasser enthalten ist und durch die Druckverminderung am Wasserhahn in die Luft ausgast. Die Wasserversorgungsanlagen werden zur Zeit mit Ausgasungseinrichtungen versehen, die den Gehalt verringern.

Bauarbeiten am Stolleneingang Zinnerzgrube Werra
Bauarbeiten am 19. Juni 2014

Besucherbergwerk
Zinnerzgrube Werra

Die nahegelegene Stadt Weißenstadt kaufte 1990 das gesamte Uranbergwerk, schon damals mit der Absicht, es eines Tages als Besucherbergwerk Zinnerzgrube Werra auszubauen.

Im Jahr 2014 nahmen die Pläne langsam Gestalt an. Im Zuge des Ausbaus von Weißenstadt mit dem Kurzentrum, der Radonquelle, einer Thermalquelle und einem weiteren Wellnesshotel, dem Siebenstern Gesundheitspark Weißenstadt, soll auch das Besucherbergwerk Zinnerzgrube Werra der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wenn alles gutgeht, wird damit der Tourismus im inneren Fichtelgebirge sicher eine Bereicherung erfahren. Geplant sind regelmäßige Führungen in den rund 2 km langen Stollen, möglicherweise auch in Zusammenarbeit mit dem  Geopark Bayern - Böhmen. Im Sommer 2014 begannen die Bauarbeiten am Stolleneingang des Bergwerks.

Im Sommer 2015 waren sie weitgehend abgeschlossen. Der sanierte Stolleneingang hat natürlich sein geheimnisvolles Flair verloren, aber nur so abgesichert kann das Bergwerk für die Öffentlichkeit freigegeben werden.
Bauarbeiten zum Ausbau als Besucherbergwerk
Bauarbeiten am 27. Juli 2014
Bauarbeiten am Uranbergwerk Rudolfstein bei Weißenstadt
Bauarbeiten am 19. August 2014
Ausbau zum Besucherbergwerk Zinnerzgrube Werra
Bauarbeiten am 17. September 2014
Fertigstellung der Bauarbeiten an der Zinnerzgrube Werra Bauarbeiten am Uranbergwerk bei Weißenstadt
Bauzustand am 25. Juli 2015
Bauzustand Besucherbergwerk Zinnerzgrube Werra 2015



Uransuche in Großschloppen bei Kirchenlamitz

Suchbohrung nach Uran bei Großschloppen Um 1978 wurden bei dem Dorf Großschloppen, einem Ortsteil von Kirchenlamitz, zwei Bohrtürme aufgestellt. Wir machten noch Witze, dass die Großschloppener nach Erdöl bohren. Kurz darauf lüftete die Frankenpost, unsere Heimatzeitung, das Geheimnis. Die Esso hatte eine Bergbau-Konzession erworben und bohrte nach Uran. Ein Versuchsabbau in der Grube Christa brachte große Mengen Uran zum Vorschein, das hier unter anderem als Pechblende(Uraninit, Uran-Oxid) und Uranophan vorkommt. Uransuche in Großschloppen bei Kirchenlamitz
Wenige Jahre später wurde der Betrieb wieder eingestellt, da sich herausstellte, dass Uran aus dem Ausland einfach zu billig war, um hier einen wirtschaftlich erfolgreichen Bergbau zu ermöglichen. Unter anderem gab es in dem Stollen einen tödlichen Unfall und einen Trafobrand. Ein weiterer, allerdings nicht öffentlich genannter Grund für die Einstellung war sicher auch die (berechtigte) negative Einstellung der Bevölkerung gegen die Energiegewinnung mittels Atomkraftwerken. Immer wieder tauchte bei den Leuten im Fichtelgebirge die Vermutung auf, hier würde garnicht nach Erz gesucht, sondern ein atomares Endlager vorbereitet, was man wohl eher unter Verschwörungstheorien, Wandermärchen oder modernen Mythen abhaken muss, da das Fichtelgebirge und das  Egerland auf geologische Zeiträume gesehen zu instabil ist, um ein  atomares Endlager hier einzurichten.

Bei Mähring und Poppenreuth in der Oberpfalz, nahe der tschechischen Grenze, versuchte man sich ebenfalls mit dem Uranabbau. Die dortige Bergbau-Gewerkschaft Brunhilde hatte aber ebenfalls mit dem niedrigen Weltmarktpreis zu kämpfen und musste den Abbau aus wirtschaftlichen Gründen wieder einstellen. Länger in Betrieb war der Uranabbau in der ehemaligen DDR, im Erzgebirge und im Vogtland. Berühmt war zu DDR-Zeiten die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft SDAG Wismut mit den Uranlagerstätten Gera und Ronneburg, Johanngeorgenstadt, Schwarzenberg, Culmitzsch, Zobes und Bergen, Dresden-Gittersee und Freital, Gottesberg, Annaberg-Buchholz, Freiberg, Königstein und weitere. Während man im real existierenden Sozialismus auf wirtschaftliche Konkurrenz und Weltmarktpreise keine Rücksicht nehmen musste, wurde nach der  Wende und Wiedervereinigung auch dort der Uranabbau eingestellt.








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