Freilandmuseum Grassemann

Freilandmuseum Grassemann
Ein historischer Bauernhof von 1698 bildet den Kern des Freilandmuseums Grassemann. Wie im Fichtelgebirge vielfach üblich befinden sich Wohnteil, Schwarze Küche, Stall und Scheune unter einem Dach. Das hat in einer kalten und schneereichen Gegend wie hier den Vorteil, dass die Wärme aus dem Stall den Frost aus dem Haus fernhält und man zum Tiere füttern nicht nach draußen muss. Eine erwachsene Kuh gibt je nach Außentemperatur 1 bis 2 Kilowatt Wärme ab, das kommt von der Wärmemenge einem Heizlüfter nahe!

Aborthäuschen Sehr wohl nach draußen musste man früher für's "Geschäft". Das natürlich unbeheizte Aborthäuschen befand sich meist in der Nähe des Misthaufens oder des Stalls, so dass man die Odelgrube für tierische und menschliche Ausscheidungen gleichzeitig benutzen konnte. Kein Wunder, dass man des Nachts lieber vorübergehend einen Nachttopf benutzte.

Ofenbank am Kachelofen Der Kachelofen in der Großen Stube wurde auch zum Kochen benutzt und verbreitete wohlige Wärme, da hier im Lauf des Tages auch große Mengen Erdöpfl (Kartoffeln) für die Schweine gekocht werden mussten. Auf der Ofenbank ließ es sich auch im kältesten Winter gut aushalten.

Blechdächer
Ab dem 19. Jahrhundert waren viele Häuser dieser Gegend mit Blechdächern versehen, früher mit Schindeln oder Stroh. Ein steiles Blechdach wie hier hat den Vorteil, dass der Schnee herabrutscht und nicht darauf liegenbleibt.

Viele Veranstaltungen und andere Aktivitäten im Lauf des Jahres bringen reges Treiben auf diese Lichtung hoch über Warmensteinach. Neben zahlreichen Vorträgen werden auch alte landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeitsweisen demonstriert. Vor allem im Winter hatte man Zeit zum Spinnen und Weben. Ein Spinnrad gehörte in jeden Bauernhof und auch Webstühle waren weit verbreitet.
Hölzerner Webstuhl

Krauthobel Einen Krauthobel besaß nicht jeder Haushalt. Da man ihn meist nur einmal im Jahr im Herbst brauchte, lieh man ihn sich aus, und nach getaner Arbeit, wenn das gehobelte Kraut in einem Tonfass zur Gärung eingestampft war, lud man den Eigentümer zum Dank zu einer Brotzeit ein, die durchaus auch mal in einem Saufgelage enden konnte.

Da Grassemann weit über 700 m über Meereshöhe liegt, sieht der Ochsenkopf im Fichtelgebirge mit seinen 1024 Metern von hier aus
längst nicht so hoch aus wie von  Bischofsgrün.
Ochsenkopf von Grassemann aus

Beim Freilandmuseum Grassemann wird jedes Jahr ein Schneelabyrinth angelegt. Die Fußspuren auf den Barrieren zwischen den Wegscheifen zeigen, dass viele nicht die Geduld für die 800 m Rückweg aufbringen und lieber Abkürzungen nehmen ( Labyrinthe).
Schneelabyrinth in Grassemann im Fichtelgebirge






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