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Der Weißenstein bei Stammbach

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Stammbach

Der Weißenstein bei Stammbach Am Nordwestrand des Fichtelgebirges, oder je nach Sichtweise am Südostrand des Frankenwaldes, liegt bei Stammbach in Oberfranken ein mit Mischwald bestandener Berg, der Weißenstein. Während Stammbach noch zum Landkreis Hof an der Saale gehört, grenzen in der Gegend zusätzlich die Landkreise Bayreuth und Kulmbach an. Der Gipfel des Weißensteins ist geologisch interessant, besteht er doch aus einem seltenen Gestein, dem Eklogit, das früher hier in Steinbrüchen abgebaut wurde. Heute steht der Gipfelbereich als Geotop unter Naturschutz. Stammbach und der Weißenstein

Weißensteinturm

Der Weißenstein

Eine Straße führt bis auf den Gipfel des Weißensteins. Hier baute man schon im Jahr 1898 einen ersten Aussichtsturm. Nachdem dieser bald durch die schnell wachsenden Bäume überragt wurde, entstand 1925 ein neuer, der heutige 19 m hohe Weißensteinturm aus dem in der Nähe gewonnenen Eklogit.

In der Nähe des Aussichtsturms steht eine Ausflugsgaststätte des Fichtelgebirgsvereins. Die Bewirtung an dieser Stelle geht schon auf das Jahr 1899 zurück, als man Ausflügler in einer Holzhütte mit Speise und Trank versorgte. Das heutige Gasthaus stammt von 1904 und 1926 wurde es erweitert, um mehr Menschen bewirten zu können.
Ausflugsgaststätte auf dem Weißenstein

Gipfelfelsen, Inschriftenstein Am Gipfelfelsen, der mit 668 m über N.N. den höchsten Punkt bildet, findet man eine alte Inschrift: In hoc monte erant, deutsch »Auf diesem Berg waren sie«.
Die Inschrift soll auf die Inbesitznahme durch die Karolinger zurückgehen. Den umgebenden Wald hätten sie damit als karolingischen Königsforst in ihren Besitz genommen. Das Gebiet müsste demnach zum Herrschaftsbereich von Karl dem Großen gehört haben, der von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs war (Quelle: Karl Bosl, "Franken um 800").
Der Schrift nach glaube ich allerdings eher an Graffiti aus der Neuzeit.
Gipfelfelsen, karolingische Inschrift

Schneeberg und den Ochsenkopf im Fichtelgebirge Vom Aussichtsturm hat man eine gute Rundumsicht. Links Richtung Osten auf den Schneeberg und den Ochsenkopf im  Fichtelgebirge oder rechts auf den nahen Markt Stammbach.

Nicht verwechseln darf man diesen Berg Weißenstein in Oberfranken mit der  Burgruine Weißenstein im Steinwald in der Oberpfalz.
Stammbach vom Weißenstein gesehen

Eklogit vom Weißenstein

Eklogit

Das Gestein Eklogit, aus dem der Gipfelbereich des Weißensteins besteht, wird nur unter sehr großem Druck beim Aufeinandertreffen tektonischer Platten und relativ niedriger Temperatur gebildet. Deshalb ist es an der Erdoberfläche nur selten zu finden, unter anderem in der Münchberger Gneismasse, zu welcher der Weißenstein gehört. Der Eklogit hier hat grüne Farbe mit roten Einschlüssen.

Das Stück habe ich ca. 1970 gefunden, als von einem Geotop-Schutz des Weißenstein-Gipfels noch nicht die Rede war. Heute sollte man keinen Eklogit vom Gipfel mitnehmen, das ist strafbar. Auf den Feldern um Stammbach findet man noch genug Material. Am besten im Frühjahr nach der Schneeschmelze suchen.

Waldkloster in Herrnschrot bei Stammbach

Waldkloster Muttodaya

Westlich des Weißensteins, bei dem Dorf Gundlitz, findet man seltsame Wegweiser zu einem Waldkloster Muttodaya. Folgt man ihnen, kommt man nach Herrnschrot, einer kleinen Ansiedlung, in der es tatsächlich ein buddhistisches Kloster gibt. Man findet hier buddhistische Mönche in ihren typischen orangefarbenen Umhängen. Sie leben nach den Regeln von Siddhartha Gautama, der im 5. Jahrhundert vor Christus in Nordindien lebte. Die buddhistische Lehre wendet sich gegen alle Arten von Extremen und sucht in einem Mittleren Weg die Überwindung des leidhaften Daseins, um damit dem endlosen leidvollen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt zu entkommen und einen Zustand des Glücks im Nirwana zu erlangen. Der Name Muttodaya bedeutet deshalb auch "Befreites Herz".
Waldkloster Muttodaya
Buddhistisches Hügeldenkmal bei Stammbach Buddha beim Waldkloster Muttodaya

Ehemaliges Erholungsheim und Kinderheim Winklas

Südwestlich von Stammbach und westlich des Weißensteins gab es früher die Einöde oder den Weiler Winklas. Die Siedlung ist heute verschwunden und in neueren Karten nicht mehr verzeichnet. Anfang des 20. Jahrhunderts baute die Stadt Kulmbach hier ein Erholungsheim, das nach dem 2. Weltkrieg als Kinderheim genutzt wurde. Die ursprünglichen Gebäude und Einwohner der Einöde waren schon damals nicht mehr vorhanden.

Heute existiert auch das Kinderheim nicht mehr, und die Gebäude sind abgerissen. An der Stelle befindet sich ein Grundstück mit einem Forsthäuschen zur Waldbewirtschaftung. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch noch Spuren des alten Erholungsheimes und Kinderheimes Winklas entdecken.
Kapelle im ehemaligen Winklas Gleich am Eingang steht noch eine kleine Kapelle und unter großen Lindenbäumen fault ein sechseckiger offener Pavillon vor sich hin. Dass das Gras kein Rasen ist, sondern wachsen und blühen darf, sehe ich sehr positiv. Überhaupt ist die Natur hier im Tal des Perlenbachs noch relativ vielfältig, wenn auch natürlich nicht ursprünglich. Pavillon im ehemaligen Kinderheim Winklas

Alte Buchenhecke Was früher eine beschnittene Buchenhecke war, hat sich zu einer Baumreihe ausgewachsen. Da die Rotbuchen zu dicht stehen, um große Bäume zu werden, weichen sie zur Seite aus und suchen nach Licht. Schwächere Bäume sterben ab. Ein natürlicher Vorgang, der auch zu Humusbildung, zu neuem Leben und zu Vielfalt und Weiterentwicklung führt. Einen Teil unserer Natur sich selbst zu überlassen hat durchaus positive Effekte. Es muss nicht immer alles kurzgeschnitten und in Reih' und Glied sein. Alte Rotbuchenhecke in Winklas

Steintreppe beim ehemaligen Kinderheim Winklas
Wo das Gelände am Hang aufgeschüttet ist und mit Steinmauern gestützt wurde, erkennt man noch, wie die Arbeiten von Bauarbeitern und Steinmetzen die Jahre überdauert haben. Die Steintreppe vom Garten hinunter zum Bach wird nur noch selten benutzt, aber sie ist völlig intakt. Kein Frost oder Gewitterguss konnte ihr etwas anhaben.
Vorspringende Steine in der Natursteinmauer
In die Natursteinmauer zur Abstützung der Erdaufschüttung sind in mehreren Meter Abstand vorspringende Steine leicht ansteigend eingearbeitet. Ich vermute, dass aufgelegte Bretter oder Kanthölzer es ermöglichten, die Treppe zu umgehen und mit Handwagen nach oben zu kommen, vielleicht sogar mit Rollstühlen – Behindertengerecht schon vor langer Zeit.

Evtl. ehemalige kleine Kläranlage, heute Biotop Mehrere Betonbecken hintereinander halte ich für eine kleine ehemalige Kläranlage. Nach Schwimmbad sieht es eher nicht aus. Natur im Perlenbachtal bei Stammbach
Die Natur sorgt für ihre eigene Ordnung im Perlenbachtal. Senkrecht zum Hang verlaufende Vertiefungen könnten Pingen sein, die von historischem Bergbau in dieser Gegend künden, möglicherweise auf Zinn oder Eisen.






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