Fotos und Informationen
aus Oberfranken:


Lanzendorf

Ortsteil von Himmelkron

 

Bilder aus dem
Weißmaintal


Bei Himmelkron, am Westrand des Fichtelgebirges, nahe der Autobahn A9, liegt im Tal des Weißen Mains, dem Weißmaintal, das Pfarrdorf Lanzendorf mit ca. 1000 Einwohnern.
Lanzendorf in Oberfranken Lanzendorf am Westrand des Fichtelgebirges

Geschichte


Vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit waren die Herren von Wirsberg in Lanzendorf ansässig und betrieben hier ein burgähnliches Rittergut. Vom Weißmaintal führt die Kirchenstaffel mit 70 Stufen hinauf zur Markgrafenkirche St. Gallus. Die Gebäude des ehemaligen Ritterguts beherbergen heute unter anderem das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde und andere öffentliche Einrichtungen.

Im Jahr 1687 starb das Geschlecht der Wirsberger Herren aus und Lanzendorf fiel an die Bayreuther Markgrafen aus dem Haus der Hohenzollern. Landesherr war damals Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth. Nachdem 1791 Markgraf Christian Friedrich Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach die Fürstentümer Ansbach und Bayreuth, und damit einen großen Teil des östlichen  Oberfrankens mit dem Fichtelgebirge an das Königreich Preußen verkaufte, wurden wir preußisch. Bis 1806, denn da besiegte Napoleon Bonaparte die Preußen und wir kamen unter französische Herrschaft, bis im Jahr 1810 Napoleon das ehemalige Fürstentum Bayreuth für 15 Millionen Francs an das Königreich Bayern verkaufte. So sind wir seitdem Bayern. Südlich des Weißwurstäquators (der Donau, oder der 49. Breitengrad) verspottet man uns freilich immer noch als "Preußen".
Rittergut und Kirche in Lanzendorf

Weißer Main


Neben der Kirche und dem alten Rittergut ist der Weiße Main ein dominierendes Element in Lanzendorf. Am Ortseingang zweigt bei einem Wehr ein Mühlbach ab, der die Energie für eine Mühle lieferte und am Ortsausgang wieder in den Main fließt. Bei der Sanierung der historischen Brücke über den Fluss wurden die alten Sandsteinbögen erhalten und darauf eine breitere Beton-Fahrbahn gebaut.
Der Weiße Main in Lanzendorf
Der Weiße Main in Lanzendorf
Abzweig des Mühlbaches an einem Wehr Mündung des Mühlbaches in den Weißen Main
Das Wehr im Weißen Main Die Mündung des Mühlbaches
Historische Brücke im Maintal in Lanzendorf mit neuer Fahrbahn Die historische Mainbrücke mit Sandsteinbögen
Die historische Mainbrücke mit Sandsteinbögen und neuer breiterer Fahrbahn

Das Weißmaintal


Im Tal des Weißen Mains bei Himmelkron und Bad Berneck hat man in letzter Zeit Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt, unten Kopfweiden, die vielen kleinen Tieren als Lebensraum dienen und alte Silberweiden. Seit 1996 überspannt die Autobahn A9 das Weißmaintal auf einer hohen Talbrücke. Im Vordergrund ein kleiner Teil der viel niedriger gelegenen alten Autobahn, der heute als Feldweg dient. Im Hintergrund liegt Gössenreuth.
Renaturierungsmaßnahmen mit Kopfweiden Das Weißmaintal und die Autobahn A9
Alte Weiden im Tal des Weißen Mains Das Weißmaintal bei Lanzendorf
Vom Berghang oberhalb Lanzendorfs hat man eine schöne Aussicht über das Tal des Weißen Mains nach Himmelkron mit seiner Autobahnkirche. Flurnamen auf diesem Bergrücken sind Klosterebene und Bergfelder.
Das Maintal mit Himmelkron Himmelkron mit seiner Autobahnkirche
.
Die Fränkische Linie im Weißmaintal
Das Weißmaintal und das Fichtelgebirge
Blick über die Fränkische Linie Richtung Norden zur Schiefen Ebene
Blick über die Fränkische Linie Richtung Norden zur Schiefen Ebene

Die Fränkische Linie


Die Aussicht vom Höhenzug südlich von Lanzendorf zeigt auch die beiden höchsten Berge des  Fichtelgebirges, den  Schneeberg (links) und den  Ochsenkopf. Man blickt über das Weißmaintal, das hier von der Fränkischen Linie gebildet wird, einer geologischen Verwerfung, die bis in eine Tiefe von 30 Kilometern reicht und um die 120 Millionen Jahre alt ist. Im Südosten beginnt sie bei Weiden in der Oberpfalz und zieht sich von dort Richtung Nordwesten bei Neustadt an der Waldnaab und Kemnath vorbei am Südwestrand des Fichtelgebirges entlang nach  Bad Berneck und von dort bis Kronach im Frankenwald. Sogar bis in den Thüringer Wald hinein ist sie in der Landschaft festzustellen. Die  Kontinentale Tiefbohrung in Windischeschenbach hat die Fränkische Linie in der Tiefe für wissenschaftliche Zwecke erschlossen. Das Bohrloch kann besichtigt werden und ein kleines Museum dabei erklärt die Zusammenhänge.

Das östliche Grundgebirge wurde hier auf die westlichen Sedimentgesteine aufgeschoben und angehoben. Nicht nur ein bisschen, der Höhenversatz beträgt heute 2 Kilometer! Dass das Fichtelgebirge in der Gegenwart nicht mehr so hoch ist, liegt an der Verwitterung im Laufe der Jahrmillionen. Über die Flüsse landete der größte Teil der Verwitterungs-Abtragungen in den Meeren. Deshalb sieht man heute im Fichtelgebirge die imposanten Granit-Felsgruppen des kristallinen Grundgebirges (des variszischen Grundgebirges) während zum Beispiel in der Karstlandschaft der  Fränkischen Schweiz die Kalkablagerungen eines ehemaligen Ur-Meeres als sedimentäres Deckgebirge erhalten blieben, das bis vor ca. 150 Millionen Jahren bestand. Die Fränkische Linie trennt also als wichtige geologische Störung in Mitteleuropa diese beiden Landmassen quer durch die Erdkruste bis hinunter an den Erdmantel heran.

Die aktivste Phase dieser Verwerfung mit intensiven Bewegungen und starken Erdbeben liegt allerdings schon grob 100 Millionen Jahre zurück. Seitdem hat sich die Lage beruhigt, Erdbeben treten kaum noch auf und das Fichtelgebirge im Nordosten beschäftigt sich vor allem mit Verwitterung und Abtragung. Es wird also immer niedriger. Vorher war es so hoch wie die Alpen. Was in den nächsten Jahrmillionen darauf zukommt, ist der Egergraben. Er öffnet sich zur Zeit mit einer Geschwindigkeit, mit der ein Fingernagel wächst (ca. 5 mm pro Jahr). Auf lange Zeit ist das ziemlich viel. Diese Entwicklung wird sich von Osten aus  Tschechien kommend quer durch das Fichtelgebirge fortsetzen und dieses mittendurch spalten. Erst am Nordhang des Maintals, am Spalt der Fränkischen Linie, wird dieser Bruch sein Ende finden.

Wegen dieser geologischen langfristigen Instabilität, an der Oberfläche erkennbar durch die alle paar Jahre auftretenden Schwarmbeben, brauchen die Fichtelgebirgler keine Angst vor der Einlagerung hochradioaktiven Abfalls aus  Kernkraftwerken zu haben. Dafür ist unser Granitgebirge auf lange Sicht zu instabil. Sorgen brauchen wir uns wegen der Bewegungen erstmal nicht zu machen. Durch die immer wieder auftretenden Schwarmbeben können sich die Spannungen laufend entladen, wodurch sich keine größeren Energien über längere Zeit aufbauen können, die zu einem größeren Erdbeben führen würden. (Quelle: Dr. Reinl, Uni Bayreuth)

Die Autobahn A9 bei Himmelkron


Heute überspannt die Talbrücke der Autobahn A9 zwischen Hof (Saale) und Bayreuth sechsspurig das Weißmaintal.

Früher war der Lanzendorfer Berg vor allem bei Sommerreifenfahrern im Winter berüchtigt. Der Weiße Main wurde von einer vierspurigen Autobahnbrücke überspannt, die gerade mal die Höhe des Lanzendorfer Kirchturms hatte, an dem sie in geringem Abstand vorbeiführte. Auch Himmelkron wurde von der Autobahn durchschnitten. Eröffnet wurde sie als Reichsautobahn RAB11 zwischen der Anschlußstelle Schleiz bis Bad Berneck am 27. September 1936, weiter bis Bayreuth am 15. Juli 1937 und am 4. September 1937 stellte man die Strecke von Bayreuth nach Nürnberg fertig. Unter folgendem Link finden Sie ein Luftbild, auf dem die alte Trasse und die neue gleichzeitig zu sehen sind:  www.geschichtsspuren.de/forum/lost-highway-t1981-10.html

Seit 1997 verläuft die A9 weiter östlich zwischen Kremitz und Kieselhof auf einer hohen Talbrücke und die alte Trasse und die Brücke wurden in den Folgejahren abgebaut.
Die alte Trasse der Autobahn A9 am Lanzendorfer Berg
 Google Maps

Der Lanzendorfer Berg

Der Verlauf der alten Autobahntrasse ist heute von weitem durch ein mehr oder weniger grünes Band durch Himmelkron und Lanzendorf erkennbar (linkes Bild). In der Busch- und Baumreihe weiter vorne versteckt sich die neue Autobahn.
Die alte Trasse der Autobahn A9 bei Lanzendorf und Himmelkron Himmelkron und Lanzendorf im Weißmaintal
Am Lanzendorfer Berg führte die Autobahn A9 unmittelbar am Kirchturm von Lanzendorf vorbei.
Die alte Trasse der Autobahn A9 am Lanzendorfer Berg Das Tal des Weißen Mains mit Lanzendorf
Ein kleiner Teil der alten Autobahn A9 am Lanzendorfer Berg Richtung Süden (Bayreuth, Nürnberg, München) dient heute als Feldweg Die neue Talbrücke über das Weißmaintal und die breite Fränkische Linie. Im Hintergrund das Fichtelgebirge mit Schneeberg und Ochsenkopf
Die alte Trasse der Autobahn A9 am Lanzendorfer Berg als Feldweg Die Autobahn A9 am Lanzendorfer Berg
Die alte Trasse der Autobahn A9 nördlich der neuen Autobahnkirche Himmelkron wurde renaturiert. Die renaturierte Trasse der alten Autobahn A9 von Himmelkron Richtung Norden zur Schiefe Ebene
Die alte Trasse der Autobahn A9 nördlich der neuen Autobahnkirche Himmelkron Die alte Autobahn A9 von Himmelkron Richtung Schiefe Ebene




Abteilungen:
 Oberfranken
 Himmelkron
 Fichtelgebirge
  Der Shop meiner Tochter:
 Oberfranken
 Fichtelgebirge
 Frankenwald






  Oberfranken
 Bayreuth
 Kulmbach
 Die Plassenburg
 Bamberg
 Das Fichtelgebirge
 Festspielstadt Wunsiedel
 Das Höllental im Frankenwald
 Burgruine Lichtenberg
 Bad Steben im Frankenwald
 Fränkische Schweiz
 Die ehemalige innerdeutsche Grenze
 Der Weißenstein bei Stammbach
 Himmelkron
 Lanzendorf im Weißmaintal
  Fichtelgebirge
 Marktleuthen Der Schneeberg im Fichtelgebirge
 Kirchenlamitz, Burgruine Epprechtstein Der Ochsenkopf
 Weißenstadt, Weißenstädter See Historisches Bergwerk Weißenstadt
 Wunsiedel, Luisenburg-Festspiele Besucherbergwerk Fichtelberg
 Thierstein, Burgruine Der Waldstein bei Weißenstadt
 Röslau Der Rudolfstein bei Weißenstadt
 Bischofsgrün Der Große Kornberg
 Bad Berneck Die Kösseine
 Bad Alexandersbad Hohenberg, Burganlage
 Arzberg, Mittelalterfest Egertal und Egerland
 Marktredwitz, Landesgartenschau Schwarzenbach an der Saale
 Warmensteinach Die Königsheide
 Fichtelsee, Fichtelberg Der Steinberg
 Mehlmeisel, Wildpark, Klausenlift Goldkronach
 Prinzenfelsen, Girgelhöhle, Silberhaus Die Platte
 Schönwald, Grenzdörfer zu Tschechien Die Hohe Mätze (Hohe Matze)
 Rehau und verschollenes Dorf Mähring Pilgramsreuth in Oberfranken



Fotos und Reiseberichte mit Bildern, Kuriositäten