Fotos und Informationen
aus Oberfranken

Historischer Bergbau
bei Sparneck

Zurück zu:  Oberfranken
 Fichtelgebirge


Nordwestlicher historischer Bergwerksstollen


Wandert man am Westrand des Fichtelgebirges zwischen Sparneck und Benk im Tal des Tiefenbaches, fällt am Fuß des Nordosthanges eine Halde auf. Unweit davon am Hang findet man die entsprechende Pinge. Die Bilder zeigen den Zustand um das Jahr 1976.
Die Pinge am Hang des Benker Berges
Bergwerkshalde im Tiefenbachtal bei Sparneck Bergwerkshalde bei Sparneck

Zugangsgrabung zum Bergwerksstollen Schon nach kurzem Graben am oberen Ende des Stollen-Einbruchs brach die Erde nach innen in den historischen Bergwerksstollen ein. Im Innern des historischen Bergwerksstollens
Zugangsgrabung zum Bergwerksstollen

Im historischen Bergwerksstollen bei Sparneck Am Ende des kurzen Stollens fanden wir eine eiserne Haspel, wahrscheinlich von dem Abbauversuch im Jahr 1923. Dort führte offenbar ein Schacht nach unten, der im Betrieb nur durch ständiges Abpumpen des einsickernden Wassers erreichbar war und bei unserer Befahrung natürlich unter Wasser stand. Eiserne Haspel im Bergwerksstollen, wahrscheinlich von 1923
Eiserne Haspel im historischen Bergwerksstollen

Die Bergwerkspinge im Jahr 2019  
 
Links der Zustand der Pinge im Oktober 2019.
Unten im Vordergrund die inzwischen überwucherte Halde
Im Vordergrund die inzwischen überwucherte Halde


Zugangsgrabung in einer Bergwerkspinge

Südöstlicher alter Stollen


Etwas bachaufwärts fanden wir eine weitere Pinge, die mit Gartenabfällen und Sperrmüll gefüllt war. Nach zwei Tagen Arbeit legten wir einen schmalen Durchschlupf in das Innere des Bergwerksstollens frei.
Enger Durchschlupf in den Bergwerksstollen
Im Stolleninnern fanden wir nur noch vereinzelt kleine Überreste von Brauneisenerz (Brauneisenstein, Limonit) und grünem Kupfererz an den Stollenwänden. Nach unseren damaligen Informationen müsste es sich bei diesem Stollen um das Bergwerk Trau auf Gott aus dem 18. Jahrhundert handeln.
Bergwerksstollen auf Kupfer und Eisen zwischen Sparneck und Benk Bergwerksstollen zwischen Sparneck und Benk am Westrand des Fichtelgebirges Reste von Brauneisenerz (Brauneisenstein, Limonit) und grünem Kupfererz an den Stollenwänden

Im Oktober 2019 fand ich die Grube mit dem Stolleneingang
wieder mit Ästen und Holzabfällen aufgefüllt vor.
Das Stollenmundloch ist nicht mehr zu sehen
Der ehemalige Bergwerksstollen auf Kupfer und Eisen

Beide Stollen führen nur sehr kurz in den Benker Berg hinein, der früher an dieser Stelle auch Jobstenbühl hieß. Oskar Köhl schrieb in seinem Buch Zur Geschichte des Bergbaues im vormaligen Fürstentume Kulmbach - Bayreuth:

»1529: Etwas glücklicher trieb man in Sparneck ein großes Kupferbergwerk, aus welchem man im Jahre 1529 2000 Centner, den Centner zu 105 Pfund und den Preis von 5 Gulden, nach Nürnberg lieferte.«

200 Jahre später jedoch: »... von der großen Berggesellschaft im Jahre 1732 angefangenen und gemutheten Bergwerk "Trau auf Gott" bei Sparneck, woselbst man bei guter Ausbeute eine Röst- und Siedhütte zum Vitriolsieden erbaut hatte. Auch hier sprang ein Gewerke nach dem andern ab, weil man immer nicht auf die Kosten kam und endlich stellte man die Arbeit ganz ein.« Die Vorkommen waren also nicht mehr reichlich genug, um einen dauerhaften gewinnbringenden Betrieb zu gewährleisten.

Es wurde wahrscheinlich Kupfer-Vitriol (Kupfersulfat) und Eisenvitriol (Eisen(II)-sulfat) gewonnen. Beide wurden oft vermischt und als Adlervitriol vermarktet. Vitriole wurden zum Gerben verwendet und ergaben dunkles bis schwarzes Leder. Vitriollösung hat man auch als Deo unter den Achseln und vielleicht auch noch anderswo verwendet.

Einen großen Teil des Ertrages schöpften im 18. Jahrhundert wahrscheinlich auch die Landesherren, die Kulmbach-Bayreuther Markgrafen ab. Zu der Zeit müsste es sich um Markgraf Georg Friedrich Karl gehandelt haben, der von seinen Vorfahren vor allem Schulden geerbt hatte und Geld brauchte. Dem quirligen Leben in Bayreuth entfloh er oft in das ehemalige Kloster Himmelkron, das er sich schlossartig hergerichtet hatte. Seine Sparsamkeit ermöglichte es seinem Sohn, Markgraf Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth, seiner Frau, der Markgräfin Wilhelmine, einer Tochter von Friedrich Wilhelm I. von Preußen, ein standesgemäßes Leben zu bieten. Sie bauten das Neue Stadtschloss Bayreuth, das Markgräfliche Opernhaus, den Felsengarten Sanspareil, das Schloss Fantaisie, und modernisierten den Felsengarten Eremitage in Bayreuth.

Von Eva Spörl, Geschichtsverein Bad Steben, erhielt ich einen Zeitungsausschnitt von 1972, nach dem hier am Tiefenbach bei Sparneck im Jahr 1923 noch einmal ein Abbauversuch unternommen wurde, der jedoch auch nicht sehr ertragreich war und bald wieder eingestellt wurde:
Zeitungsausschnitt von 1972: Bergbau im Jahr 1923





Abteilungen:
 Oberfranken
 Bergbau
 Fichtelgebirge
  Der Shop meiner Tochter:
 Oberfranken
 Fichtelgebirge
 Frankenwald






  Oberfranken
 Bayreuth
 Kulmbach
 Die Plassenburg
 Bamberg
 Das Fichtelgebirge
 Festspielstadt Wunsiedel
 Das Höllental im Frankenwald
 Burgruine Lichtenberg
 Bad Steben im Frankenwald
 Fränkische Schweiz
 Die ehemalige innerdeutsche Grenze
 Der Weißenstein bei Stammbach
 Himmelkron
 Lanzendorf im Weißmaintal
  Fichtelgebirge
 Marktleuthen Der Schneeberg im Fichtelgebirge
 Kirchenlamitz, Burgruine Epprechtstein Der Ochsenkopf
 Weißenstadt, Weißenstädter See Historisches Bergwerk Weißenstadt
 Wunsiedel, Luisenburg-Festspiele Besucherbergwerk Fichtelberg
 Thierstein, Burgruine Der Waldstein bei Weißenstadt
 Röslau Der Rudolfstein bei Weißenstadt
 Bischofsgrün Der Große Kornberg
 Bad Berneck Die Kösseine
 Bad Alexandersbad Hohenberg, Burganlage
 Arzberg, Mittelalterfest Egertal und Egerland
 Marktredwitz, Landesgartenschau Schwarzenbach an der Saale
 Warmensteinach Die Königsheide
 Fichtelsee, Fichtelberg Der Steinberg
 Mehlmeisel, Wildpark, Klausenlift Goldkronach
 Prinzenfelsen, Girgelhöhle, Silberhaus Die Platte
 Schönwald, Grenzdörfer zu Tschechien Die Hohe Mätze (Hohe Matze)
 Rehau und verschollenes Dorf Mähring Pilgramsreuth in Oberfranken



Fotos und Reiseberichte mit Bildern, Kuriositäten