Das Höllental

im Frankenwald in Oberfranken

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Der Fluss Selbitz im Höllental In der Hölle ist doch der Teufel zu Hause, oder?
Hier nicht! Durch das Höllental fließt wildromantisch der Fluss Selbitz, der seine Quelle bei Wüstenselbitz (Stadt Helmbrechts) im Frankenwald hat, und aus der Ortschaft Hölle kommt der bekannte Höllensprudel.

Das Praktische am Höllental ist, dass man sich raussuchen kann, ob man lieber oben im hellen Sonnenschein wandert, oder unten am Fluss im kühlen Schatten. Je nach Temperatur ist das eine oder andere empfehlenswert. Durch das Tal führt ein Sträßchen, die Höllentalstraße, aber Autos sind aus dem Tal verbannt, das unter Naturschutz steht.
Der Teufel im Höllental

Das Höllental im Frankenwald Die Selbitz hat das enge Höllental bis zu 160 m tief in das Diabasgestein geschnitten. Durch das Tal führt eine Privatstraße, die für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Mehrere Wanderwege beiderseits des Flusses führen von Hölle bis Blechschmidtenhammer an der ehemaligen Innerdeutschen Grenze zur DDR, heute Landesgrenze zu Thüringen. Aussicht über das Höllental und den Schwedenstein bis Lichtenberg
Entlang der Wanderwege gibt es immer wieder Ruhebänke. Vom oberen Rand der steilen Talhänge kann man hinüber zur  Burg Lichtenberg schauen.

Der Hirschsprung im Höllental

Der Hirschsprungfelsen im Höllental
Der Hirschsprung im Höllental Von einem Felsvorsprung über einer steilen Felswand sollen sich bei Treibjagden schon mehrmals Hirsche und Rehe in den Tod gestürzt haben. Ob dabei der Teufel in der Hölle seine Hand im Spiel hatte, konnte nie festgestellt werden. Viele hohe Felsvorsprünge tragen den Namen Hirschsprung. Meist handelt es sich wahrscheinlich um  Legendenbildungen zur Verstärkung des gruseligen Gefühls am Abgrund. Auch bei Marktleuthen im Fichtelgebirge gibt es beim Ortsteil  Neumühle eine Felswand, die den Namen Hirschsprung trägt. Hier im Höllental hat man einen hölzernen Hirschen aufgestellt, der auch gut vom Tal aus gegen den Himmel zu sehen ist.
Der Hirschsprung im Höllental

Wanderwege im Frankenwald Ein dichtes Netz von Wanderwegen durchzieht die Gegend um das Höllental. Wer will, kann auch die größtenteils unbefestigte und ruhige Höllentalstraße benutzen. Der Teufelssteg im Höllental
Über den Teufelssteg kann man die Selbitz wieder trockenen Fußes und gefahrlos überschreiten. Nach seiner Zerstörung durch einen umgestürzten Baum wurde er wieder neu gebaut.

Kraftwerk Höllental

Kraftwerk Höllental

Dass der Fluss Selbitz über eine lange Strecke nur wie ein kleiner Gebirgsbach wirkt, liegt daran, dass gleich unterhalb von Hölle ein Teil des Wassers abgezweigt wird, um im Kraftwerk Höllental elektrischen Strom zu erzeugen. An Sonntagen wird der Wasserdruck auch genutzt, um eine haushohe Fontäne zu erzeugen, die weithin sichtbar ist. Entlang der Rohrleitung am Berghang verläuft ein Wanderweg, der Röhrensteig. Aus
Fontäne beim Kraftwerk Höllental
Aus 3 m³ Wasser pro Sekunde werden durch einen Höhenunterschied von 38 Metern bei Vollast 900 kW elektrische Leistung gewonnen. Früher wurde die Wasserkraft zum Zerreiben von Holzfasern genutzt. Bis 1933 wurde dieser Rohstoff mit Pferdefuhrwerken an die nahe Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal in  Blankenstein und die später hinzugekaufte benachbarte Papierfabrik Blankenberg geliefert. Zur Papierherstellung brauchte man viel Wasser und Holzfasern. Deshalb baute man die Papierfabrik am Zusammenfluss der Saale und Selbitz und nutzte den Waldreichtum des Frankenwaldes. Unmittelbar nach der Mündung der Selbitz in die Sächsische Saale verlief früher die  Innerdeutsche Grenze zur DDR. Die beiden Papierfabriken Blankenstein und Blankenberg liegen schon in Thüringen und gehörten damals nicht mehr zur Bundesrepublik Deutschland.

Dem Namen Höllental liegt eine Legende zugrunde

Ein Köhler aus dem Tal der Thiemitz im Frankenwald hatte einen Wagen voll Holzkohle nach  Blechschmidtenhammer geliefert und für einen Teil des eingenommenen Geldes Werkzeuge wie Hacken, Sägen und Radschuhe gekauft. Vom Rest machte er sich einen schönen Tag. Deswegen dämmerte es schon, als er sich auf den Rückweg durchs Selbitztal machte.

Auf dem schlechten Weg blieben die Pferde plötzlich stehen und wollten nicht mehr weiterlaufen. Auch als der Köhler abgestiegen war, und am Geschirr zog, rührten sie sich nicht von der Stelle. Mit der einen Hand am Geldbeutel und der anderen an der Axt rief er in die Dunkelheit: »Hallo, wer ist da?«, aber nur das Echo antwortete: »…ist da?« Obwohl nur das Rauschen der Selbitz zu hören war, scheuten plötzlich die Pferde und es knackte im Geäst, und von einem Felsen rieft eine krächzende Stimme: »Der Tag für dich, die Nacht für mich!«

Das kann nur der  Teufel sein, dachte der Köhler. Eiskalt lief's ihm über den Rücken und die Haare standen ihm zu Berg. Als er den ersten Schreck überwunden hatte, schrie er zum Felsen hinauf: »Sind doch die Maria, der Josef und das Jesuskindl auch bei der Nacht gereist und niemand hat ihnen was getan!«, und er schlug drei Kreuzzeichen in die Luft. Der Teufel stampfte daraufhin so heftig auf dem Felsen auf, dass Felsbrocken bis in die Selbitz rollten, und mit Krachen, Ruß und Gestank fuhr er durch die Talschlucht in die Hölle. Seit der Zeit heißt das Selbitztal hier Höllental, die Brücke Teufelssteg und in der Nähe liegen Teufelstreppe und Teufelsfelsen.
Der Teufel im Höllental
Zur Warnung an nächtliche Fuhrwerke und Wanderer hängt dieses Warnschild am Wegesrand …

Abenddämmerung im Frankenwald
Abenddämmerung nach Sonnenuntergang über dem Höllental im Frankenwald, der Teufel ist uns nicht begegnet!

Jungfernsteg und Wiedeturm

Der Jungfernsteg im Höllental Der Jungfernsteg im Höllental führt zwischen dem Kraftwerk und Blechschmidtenhammer über die Selbitz. In Beschreibungen wird natürlich gern der "Jungfernstieg" daraus gemacht. Der Aussichtsturm Wiedeturm bei Issigau
Zum Wandergebiet Höllental gehört auch ein Aussichtsturm, der Wiedeturm auf dem Berg Wolfstein bei Issigau.

Die Höllentalbahn

Diabas-Steinbrüche an den Talhängen dienten vor allem dem Bau der Höllentalbahn, der Bahnstrecke Marxgrün - Blankenstein, und weiter bis Triptis. Sowjetische Truppen unterbrachen 1945 den Bahnverkehr an der Grenze zu Thüringen auf der Brücke über den Grenzfluss Muschwitz. Dadurch verlor die Höllentalbahn die Verbindung zur Oberlandbahn Triptis – Blankenstein in Thüringen.
Der Unterbrechung der Höllentalbahn an der DDR-Grenze Blockierung der Höllentalbahn an der Innerdeutschen Grenze Der Bahnhof Lichtenberg bei Blechschmidtenhammer, heute Informationszentrum des Naturparks Frankenwald
Das Ende der Höllentalbahn auf der Eisenbahnbrücke über die Muschwitz um 1968
Der Bahnhof Lichtenberg bei Blechschmidtenhammer, heute Informationszentrum des Naturparks Frankenwald

Der Friedrich-Wilhelm-Stollen

Alexander von Humboldt


Als das Markgraftum Brandenburg-Bayreuth unter die Herrschaft von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen kam, wurde dieser gleichzeitig Markgraf von Brandenburg und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Die preußische Regierung schickte einen jungen Bergbeamten, um den fränkischen Bergbau wieder in Schwung zu bringen. Alexander von Humboldt wurde Oberbergmeister im nahe gelegenen Steben (heute  Bad Steben im Frankenwald), wohnte dazwischen aber auch in  Arzberg und  Goldkronach im Fichtelgebirge. Im 18. Jahrhundert hatten die Bergwerke um Lichtenberg mit eindringendem Grundwasser zu kämpfen. Alexander von Humboldt erkannte schnell, dass man durch einen Entwässerungsstollen vom Talgrund aus das Wasser ableiten und das Problem lösen konnte. 1793 gab er das Projekt in Auftrag und nannte es Friedrich-Wilhelm-Stollen nach seinem preußischen Landesherren. Um 1830 ereichte der Stollen seine maximale Länge von 975 m und erfüllte seine Aufgabe gut. Alexander von Humboldt hatte sich bereits nach wenigen Jahren Größerem zugewandt und seine berühmten Forschungsreisen unternommen.

Obwohl vor allem als Wasserlösungsstollen angelegt, baute man darin auch Eisenerz und Kupfererz ab. Man fand auch Bleierz, Nickelerze und Kalkspat. Den Abbau der Erze stellte man 1857 ein und nutzte das dazugehörige Zechenhaus als Gasthaus, den Bergwerksstollen als Lagerkeller. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man nochmal zehn Jahre lang Flussspat ab.

Heute ist ein Teil des Friedrich-Wilhelm-Stollens als Besucherbergwerk zugänglich und das Zechenhaus ist immer noch eine beliebte Gaststätte.
Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen Alexander von Humboldt vor dem alten Zechenhaus der Friedensgrube in Lichtenberg Friedrich-Wilhelm II. von Preußen vor dem alten Stolleneingang
Der heutige Eingang des Besucherbergwerks Friedrich-Wilhelm-Stollen Auf einer Info-Tafel beim Friedrich-Wilhelm-Stollen hat man in Fotomontagen Alexander von Humboldt vor dem alten Zechenhaus der Friedensgrube in Lichtenberg platziert und Friedrich-Wilhelm II. von Preußen vor dem alten Stolleneingang.

 Alexander von Humboldt in Bad Steben
 Weitere Gedanken zu Alexander von Humboldt



Hölle

Am oberen Ende des Höllentals, nicht weit von dem Wehr, an dem die Rohrleitung zum Kraftwerk abzweigt, liegt die Ortschaft Hölle im Frankenwald, ein Ortsteil der Stadt Naila in Oberfranken. Sie ist vor allem bekannt durch ihre Sauerbrunnen und Mineralwasserquellen. Schon in einer Chronik von 1692 wird über zwei Quellen besten Wassers an dieser Stelle berichtet: "Zwei frische Säuerlinge in einem tiefen Loch bei ungeheueren Felsen und Klippen, womit der hitzige Hammerbursch und die Bergleute im nahen Kupfergraben sich laben und erfrischen können, da sonst wenig Gäste zu dieser unfreundlichen Hölle kommen".

Dr. Fritz Wiede erborte die Quellen 1903 in 262 m Tiefe und extrahierte aus dem Wasser die Kohlensäure, die er vom Bayerischen Kohlensäurewerk Hölle an Brauereien verkaufte. Ab 1907 begann man auch mit der Abfüllung von Mineralwasser, das großen Anklang fand. In den dreißiger Jahren wurden schon 400 000 Flaschen pro Jahr abgefüllt und verkauft. Durch die Teilung Deutschlands und die Schließung der Innerdeutschen Grenze wurde der Hauptabsatzmarkt abgeriegelt, aber allmählich stieg der Absatz wieder auf 20 Millionen Flaschen und nach der Wiedervereinigung auf bis zu 50 Millionen Flaschen jährlich. Die beiden modernen Abfüllanlagen haben eine Leistung von 36000 und 44000 Flaschen pro Stunde! Bayern, Thüringen und Sachsen sind die Hauptabsatzgebiete, aber auch in Berlin und anderen Großstädten auf der Welt ist der HöllenSprudel erhältlich.

Für jedes Trinkwasser, das sich Mineralwasser nennen darf, legt die Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) fest, dass es direkt am Quellort abgefüllt werden muss und das es Ernährungsphysiologische Eigenarten und Wirkungen durch einen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen besitzen muss, der nicht durch Veränderung von Zusammensetzung, Temperatur und anderen wesentlichen Merkmalen, sondern natürlich vorhanden sein muss. Das Mineralwasser aus Hölle, der Höllensprudel, hat einen hohen Gehalt an wertvollen Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium und ist dabei natriumarm und damit fast frei von Kochsalz.

Geologisch entsteht der Mineraliengehalt dadurch, dass sich Kohlensäure (CO&sub2;) aus dem Erdmantel und dem Erdkern mit tiefen Grundwasserschichten verbindet. In der Tiefe der geologischen Bruchzone des Höllentals löst das kohlensäurehaltige Wasser Mineralien, Spurenelemente und Salze aus dem Diabasgestein, an denen es vorbeifließt. Beide Mineralwasserquellen sind staatlich anerkannte Heilquellen. Die gesundheitlichen Wirkungen der Mineralien im Wasser sind unter  www.hoellensprudel.de/rund-ums-wasser/gesundheit.html gut beschrieben. Die Hubertusquelle, eine weitere Mineralwasserquelle im Höllental, ein kohlensäurehaltiger Säuerling, der auf natürlichem Weg zutage trat und in die Selbitz folss, ist versiegt.
Hölle in Oberfranken Quellpavillon der Mineralwasserquelle in Hölle Mineralwasserquelle in Hölle im Frankenwald
Die Ortschaft Hölle,
ein Ortsteil von Naila in Oberfranken
Mineralwasserquellen in Hölle





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