Fotos und Informationen
aus dem Fichtelgebirge
in Oberfranken

Goldkronach

Goldmühl und Brandholz, Goldbergbau,
historische Goldbergwerke, alte Stollen

Reiseberichte mit Bildern
 Fichtelgebirge
 Oberfranken

Der Goldbergbau bei Goldkronach, Goldmühl und Brandholz

Hier am Südrand des Fichtelgebirges wurde schon im Mittelalter Goldsuche betrieben. Ab 1792 versuchte Alexander von Humboldt den Bergbau hier wieder zu aktivieren. Nachfolgend ein historischer Bergwerksstollen, der Schmutzler-Stollen vom Anfang des 15. Jahrhunderts, fotografiert im Jahr 1975, danach 2010 als Besucherbergwerk.
1975:
Historisches Goldbergwerk Goldkronach
2010:
Besucherbergwerke Goldkronach

Besucherbergwerke

Der Schmutzler-Stollen stand im Jahr 1975 offen und war voll kaltem Wasser (links). Die Gummistiefel waren bei weitem nicht hoch genug und so mussten wir irgendwann umkehren, da wir die untere Körperhälfte nicht mehr spürten. Heute sind zwei Stollen als Besucherbergwerke ausgebaut, das Wasser wird abgeleitet und die Bergwerke sind gut begehbar und abgesichert. Der Ausbau als Besucherbergwerk nimmt natürlich etwas das Geheimnisvolle, Unheimliche, das wir in den Siebziger Jahren verspürten, als wir die Bergwerke heimlich erforschten.
1975:
Schmutzler-Stollen, Goldbergwerk in Goldkronach
2010:
Besucherbergwerke Goldkronach
Goldkronach: Besucherbergwerk Mittlerer Name Gottes
Besucherbergwerke Goldkronach
Besucherbergwerke
Durch das nördliche Bayern und seine Regierungsbezirke Oberfranken und Oberpfalz verläuft von Nordwesten nach Südosten eine große geologische Verwerfung, die  Fränkische Linie. Sie entstand durch den Zusammenstoß zweier tektonischer Platten, als die variszische Gebirgsbildung eigentlich schon abgeschlossen war. Das ist etwa 100 Millionen Jahre her. Das Fichtelgebirge und der Steinwald östlich von Goldkronach wurden angehoben, wodurch die Erdkruste brach und sich die westlich gelegene Vorland-Scholle senkte. Fährt man die Autobahn A9 von Bayreuth nach Hof, kann man den Höhenunterschied an der berüchtigten Schiefen Ebene erleben. Auch das  Deutsche Kontinentale Tiefbohrprogramm (KTB) bei Windischeschenbach in der Oberpfalz erforscht diese tektonische Störung.

Damit sich aber Gold, das von Natur aus extrem dünn im Gestein oder Magma verteilt ist, oberflächennah ablagert und anreichert, müssen ganz bestimmte Bedingungen zusammentreffentreffen. Dies war eben hier bei Goldkronach am Goldberg der Fall. Der Ort erhielt im Jahr 1365 gleichzeitig mit der Stadterhebung eine Bergbauberechtigung vom Nürnberger Burggrafen Friedrich IV. Nach anfänglich großem Erfolg gab es auch immer wieder Rückschläge. Da es noch keine leistungsfähigen Pumpen gab, war es nicht möglich in größere Tiefen vorzudringen oder es waren große Investitionen für Entwässerungsstollen notwendig. Besonders um den Dreißigjährigen Krieg kam der Bergbau hier ganz zum Erliegen.

Alexander von Humboldt

Die Bayreuther Markgrafen versuchten später wegen ihres Geldbedarfs den Goldbergbau wieder in Schwung zu bringen. Markgraf Christian Ernst ließ im Jahr 1695 Golddukaten aus Goldkronacher Gold prägen. Nachdem 1792 die Fürstentümer Anbach und Bayreuth an Preußen fielen, wurde diese Gegend von einem Freiherrn von Hardenberg verwaltet. Dieser wandte sich an den preußischen Minister für Bergbau und Hüttenwesen, Freiherr von Heinitz, um die neuen Provinzen bergbaulich erkunden zu lassen. Dieser schickte 1792 Alexander von Humboldt, um über den Bergbau im Fichtelgebirge und Frankenwald zu berichten und Verbesserungsvorschläge zu machen. Im gleichen Jahr wurde er hier zum Oberbergmeister ernannt und war damit Direktor der Bergämter Goldkronach, Naila und Wunsiedel. Er wohnte eine zeitlang in Goldmühl und beklagte sich in Briefen über die geringe bergbauliche Ausbildung der Arbeiter. Um dies zu verbessern gründete er Bergschulen in Bad Steben und Arzberg. Schon 1795 bat  Alexander von Humboldt um seine Entlassung als Oberbergmeister, um größere Reisen durchzuführen. Durch eine Beförderung zum Oberbergrat ließ er sich bewegen, noch ein Jahr zu bleiben. Dann kündigte er jedoch und verließ die Gegend. Er hatte ja bekanntlich Größeres vor. Daraufhin nahmen die bergbaulichen Aktivitäten in unserer Gegend wieder ab.

Im Jahr 1921 wurde schließlich die Aktiengesellschaft Fichtelgold AG gegründet und man hoffte auf die sprichwörtliche Goldgrube. Bereits ein Jahr später musste man jedoch wegen Geldmangels aufgeben. Parallel zum Untertageabbau wurde Gold im Fichtelgebirge auch immer wieder aus dem Flusssand gewaschen. Vor allem am Zoppatenbach hier bei Brandholz und im Tal der Röslau bei Schönbrunn und Wunsiedel hatte man damit (meist nur bescheidenen) Erfolg.
Alter Bergwerksschacht auf Gold
Der ganze Bergrücken zwischen Goldkronach, Goldmühl und Brandholz ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Bergwerksschächte sind natürlich längst eingestürzt und nur noch als Mulden erkennbar. Abraumhalden ohne entsprechende Mulde verraten oft einen Stollen (rechts). Diese sind meist nur am Eingang eingestürzt und dahinter begehbar (unten).
Abraumhalde im Wald bei Brandholz
Alter Bergwerksstollen im Wald bei Goldkronach
Alter Gold-Bergwerksstollen Alter Bergwerksstollen im Wald bei Brandholz
Alter Bergwerksstollen am Berghang bei Brandholz im Tal des Zoppatenbachs.
Röstofen für Golderz

Goldgewinnung

Gold kam hier vor allem vermischt mit Arsenopyrit in Quarzgängen vor. Beim Mittleren Name-Gottes-Stollen fand man die Reste eines Erz-Röstofens. Natürlich konnte man damit nicht das Gold aus dem Gestein schmelzen wie Eisenerz mit einem Hochofen. Er diente vielmehr dazu, das Erz und damit vermischtes Material so weit zu erhitzen, dass es mürbe wurde. Erst danach ließ es sich weiterverarbeiten, um das Gold herauszubekommen. Das Material wurde zerkleinert, dann versuchte man erst, die kleinen Goldflitter herauszuwaschen oder mit Quecksilber zu Amalgam zu verbinden. Das Amalgam setzt sich beim Waschen leichter ab und das Gold kann dann daraus abgetrennt werden. Durch anschließendes Erhitzen verdanpft das Quecksilber und das Gold bleibt übrig. Alles in allem wegen des Quecksilbers und des Arsens eine sehr giftige Angelegenheit.

Bei der heute oft üblichen Cyanidlaugung kann man noch mehr von dem Edelmetall aus dem Gestein holen. Umweltschädigend ist diese aber auch, vor allem wenn die anfallenden giftigen Schlämme nicht sachgerecht entsorgt werden. Im rumänischen Roșia Montană brach 1971 der Damm eines Lagerbeckens, wodurch unterhalb über 100 Menschen durch die Giftschlammlawine umkamen. Im Jahr 2000 brach in Baia Mare in Rumänien der Damm einer Golderz-Aufarbeitungsanlage. Eine Natriumcyanidlauge verseuchte mehrere Flüsse bis zur Theiß und zur Donau.
Goldbergbaumuseum Goldkronach

Bergbaumuseum Goldkronach


In Goldkronach kann man sich in einem kleinen Museum ausführlich über die Geschichte der jahrhundertealten örtlichen Goldgewinnung informieren.
Bergwerkslore vor dem Goldbergbaumuseum

Sarina Wood

In ihrem Mystery-Roman Düsteres Fichtelgebirge: Die Mine schreibt die Goldkronacherin  Sarina Wood von einer dunklen Präsenz, die aus den alten Goldbergwerken emporsteigt.
Düsteres Fichtelgebirge: Die Mine von Sarina Wood
In dem Buch  Geister der Vergangenheit schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren Spuk-Geschichten, die in Ruinen, in Kapellen, im Wasser und im Wald spielen, unter anderem von der  Weißen Frau.
Geister der Vergangenheit


Bücher und Landkarten über das Fichtelgebirge
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