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Arzberg im Fichtelgebirge

Teil 2: Bergbaumuseum Kleiner Johannes

Reiseberichte mit Bildern

Bergbaumuseum im Bergwerk "Kleiner Johannes" Das Bergbaumuseum "Kleiner Johannes" zeigt, warum Arzberg von Erz-Berg kommt. Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert war das Fichtelgebirge ein wichtiges Bergbaugebiet. Vor allem Eisen und Zinn, aber auch Kupfer und Gold wurden in großem Stil abgebaut.

Eine Urkunde aus dem 14. Jahrhundert erwähnt schon ein "uraltes Bergwerk" in Arzberg!!!
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Förderturm Der "Kleine Johannes" war eines der wenigen Bergwerke, die sogar im 20. Jahrhundert noch einmal betrieben wurden. Aus dieser Zeit stammen die meisten der ausgestellten Anlagen. Der letzte Abbau erfolgte 1937 bis 1941. Museumsstollen
Die Original-Stollen
können nicht mehr betreten werden,
deshalb hat man einen kleinen
Museumsstollen gebaut.

Die Verhüttung des Eisenerzes erfolgte in Hochöfen, die es in den verschiedensten Größen gab. Wegen des Waldreichtums des Fichtelgebirges verwendete man Holzkohle als Brennmaterial. Durch den großen Holzbedarf war das Fichtelgebirge bis ins 19. Jahrhundert viel kahler als heute, bis es anschließend systematisch mit Fichten aufgeforstet wurde.

Gemälde "Hochofen im Walde" von Jan Brueghel d.Ä. um 1610
Hochofen in Arzberg
Schnittzeichnung eines Hochofens in Arzberg mit dem Siegel des Bergamtes Wunsiedel
Mini-Hochofen
Auch mit Mini-Hochöfen versuchte man sein Glück. Hier ein Nachbau im Museum.

Bergwerksglocke Die Bergwerksglocke stammt aus dem 19. Jahrhundert. Als im 2. Weltkrieg die Glocken der Maria-Magdalena-Kirche in Arzberg zur Einschmelzung für die Waffenproduktion abtransportiert wurden, läutete sie für einige Jahre im Kirchturm. Anscheinend war der Krieg rechtzeitig zu Ende, bevor die Einschmelzung erfolgte deshalb bekamen die Arzberger ihre Glocken 1947 zurück und die Bergwerksglocke schwieg, bis sie hier im Museum zu neuen Ehren kam. Radschlossbüchse aus Arzberg
  Von einem A. Gretzsch in Arzberg aus Fichtelgebirgs-Erz hergestellte Radschlossbüchse. Auch die Arzberger Familien Lein und Gesell waren im 16. und 17. Jahrhundert als Büchsenmacher weithin bekannt.

Kanonenofen Heute bei jungen Leuten kaum mehr bekannt: Ein Kanonenofen
Mein Vater hatte in der Schreinerwerkstatt einen ähnlichen Ofen, allerdings viereckig. Oft glühte das Ofenrohr, da die Wärmeausnutzung recht gering war. Von Brandschutz in der Werkstatt mit ihren vielen Sägespänen und Holzstaub war damals kaum die Rede. Jeder hatte seine Erfahrung mit Öfen und man war automatisch vorsichtig. Heute gibt's für jede Kleinigkeit Vorschriften, was auch wieder unvorsichtig macht, weil man denkt, bei Einhaltung der Vorschriften kann nichts passieren.
Fahrradständer
Auch der alte Fahrradständer ruft bei mir nostalgische Gefühle hervor. Bei unserer Volksschule und der Porzellanfabrik standen ähnliche.

Leonard Umformer-Satz Relikte aus dem Zeitalter der Industrialisierung runden die Ausstellung ab. Links ein Leonard-Umformer oder Leonard-Satz, der vor allem gebraucht wurde, wenn aus Gleichstrom Wechselstrom gemacht werden musste oder umgekehrt. Im Gegensatz zu einem einfachen Umformer, der auch aus einem Elektromotor und einem Generator bestand, besitzt der Leonard-Umformer eine Regelung über die Erregerwicklung, um die Drehzahl und damit die Ausgangsspannung konstant zu halten.

Schrägaufzug Der "Kleine Johannes" gehörte zeitweise zur nahen Johanneszeche, anfangs nur ein Tagebau, später auch mit Stollen. Von dort stammen auch einige Ausstellungsstücke, wie z.B. dieser Schrägaufzug. Johanneszeche

Grubenbahn Ebenfalls aus der Johanneszeche stammt diese Grubenbahn ... Feldbahnlokomotive
...und die urige Feldbahnlokomotive.

Alexander von Humboldt Die Blütezeit des Bergbaus in Arzberg und im gesamten Fichtelgebirge lag im 14. und 15. Jahrhundert. Es war die Zeit als Botschaften wie diese: "Im Fichtelgebirge ist ein Stein, den du nach einer Kuh wirfst, mehr wert denn die Kuh!" Abenteurer und Mineraliensucher aus ganz Europa anlockte, sogenannte  Venediger, die nicht unbedingt aus Venedig stammen mussten, und auch Walen oder Welsche genannt wurden. Sie fanden sogar Eingang in die deutsche Märchen- Märchen - Bücher und Sagenwelt. Märchen - Bücher

Bereits ab Mitte des 15. Jahrhunderts nahm jedoch der Abbau ab. Erze, die im damals üblichen Tagebau erreichbar waren, oder mit Stollen, aus denen das Grundwasser nicht über größere Höhen hätte abgepumpt werden müssen, waren ausgebeutet und der Dreißigjährige Krieg gab dem Bergbau erst mal den Rest. Einen kleinen Höhepunkt erreichte der Erzabbau im Fichtelgebirge und im Frankenwald nochmals, als Alexander von Humboldt Alexander von Humboldt - Bücher 1792 bis 1797 Bergmeister der Bayreuther Markgrafen war. Er gründete eine Bergschule in Arzberg und verließ die Gegend 1797 als Oberbergrat. Durch die Verbesserung der Pumpen-Technik und anderer technischer Einrichtungen wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Erzlagerstätten zugänglich, die davor nicht abgebaut werden konnten, aber die Bedeutung des Mittelalters konnte der Bergbau im Fichtelgebirge nie mehr erreichen.
Der für uns im Fichtelgebirge schon sehr alte Bergbau auf Eisen im Mittelalter begann an anderer Stelle schon zwei Jahrtausende früher, wie z.B. im heute italienischen  Populonia am Mittelmeer, wo die Etrusker im großen Stil Eisenverhüttung betrieben. Eng mit der damals beginnenden Eisenzeit verbunden ist auch die Kultur der  Kelten, die das härtere Material im Gegensatz zur vorher üblichen Bronze für Waffen und Werkzeuge zu schätzen wussten.






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